Der Fonds Soziales Wien (FSW) hat im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 133.500 Wienerinnen und Wiener mit sozialen Leistungen unterstützt. Der Gesamtaufwand lag bei rund 2,9 Milliarden Euro, der Großteil davon floss direkt in Pflege, Betreuung, Wohnungslosenhilfe, Behindertenhilfe sowie Grundversorgung und Leistungen für Geflüchtete. Rund 93,1 Prozent der Mittel wurden für Leistungsfinanzierungen eingesetzt.
Im Zentrum stand erneut der Bereich Pflege und Betreuung, wie der Geschäftsbericht zeigt: 59.510 Menschen (+1,6 Prozent) nutzten 2025 entsprechende Angebote. Dafür wurden mehr als 1,7 Milliarden Euro aufgewendet. Besonders mobile Dienste wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege verzeichneten steigende Nachfrage. Gleichzeitig investierte der FSW in Hospiz- und Palliativversorgung sowie in Tageszentren für Senioren.
Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) betonte die Stabilität des Systems: "Gerade in herausfordernden Zeiten zeigen sich die Stärken der Wiener Soziallandschaft, die über Jahrzehnte erarbeitet wurden." FSW-Geschäftsführerin Anita Bauer hob die Zielgerichtetheit der Leistungen hervor: "Hinter jeder Zahl der FSW-Unternehmensgruppe stehen Menschen in Wien mit den unterschiedlichsten Bedarfen."
Auch im Bereich Behinderung und Inklusion wurden 2025 rund 15.520 Personen unterstützt. Durch neue Wohnangebote entstanden 95 zusätzliche Plätze im teilbetreuten Wohnen, darunter auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Zudem wurde der FSW-Kund:innen-Rat neu gewählt.
FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler betonte die Rolle des Kund:innenservice: "Wer in Wien Unterstützung braucht, ist bei uns im FSW-Kund:innenservice richtig." Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 verzeichnete rund 420.000 Anrufe (+40,6 Prozent). Insgesamt wurden rund 291.000 Kontakte beim FSW-Kund:innentelefon gezählt.
Im Bereich Grundversorgung ging die Zahl der unterstützten Geflüchteten um 27 Prozent auf rund 35.600 Personen zurück. In der Wohnungslosenhilfe wurden über 13.000 Menschen betreut, darunter ein steigender Anteil von Frauen, insbesondere im Bereich Housing First.
FSW-Geschäftsführer Michael Rosenberg verwies auf die finanziellen Rahmenbedingungen: "Die Teuerungswelle der vergangenen Jahre treibt weiterhin Kosten in nahezu allen Bereichen in die Höhe." Gleichzeitig sei eine effiziente Mittelverwendung notwendig, um Leistungen aufrechtzuerhalten.
Die NEOS Wien sehen das System als stabil und effizient. Arabel Bernecker-Thiel sagte: "Das Sozialsystem in Wien zeichnet sich durch hohe Servicequalität, zielgerichtete Unterstützung und verantwortungsvollen Mitteleinsatz aus."
Deutlich kritischer äußerten sich die Grünen Wien. Parteichefin Judith Pühringer sprach von "Sozialabbau" und warnte vor einem "massiven Personalabbau". Sozialsprecher David Ellensohn kritisierte insbesondere Einschnitte im Pflegebereich.
Der FSW weist diese Kritik zurück. Es gebe keinen Personalabbau, vielmehr sei der Anteil der Personalaufwendungen am Gesamtbudget von 3,8 auf 4,1 Prozent gestiegen. Zudem seien 31.000 Arbeitsplätze im Sozialbereich gesichert worden, Investitionen in Pflege und Betreuung seien gestiegen. Auch im Kund:innenservice sowie bei der Gesundheitsberatung 1450 sei Personal aufgebaut worden.