Luis de la Fuente hat Spanien zurück an die Spitze Europas geführt. Der 64-Jährige formte aus der "Furia Roja" eine moderne Ballbesitz-Maschine und schrieb damit seit 2023 eine echte Erfolgsgeschichte. Der größte Star ist dabei Ausnahme-Talent Lamine Yamal, der mit erst 18 Jahren schon zu den wertvollsten Fußballern der Welt zählt.
Vom erfolglosen Drittliga-Trainer zum Europameistermacher: Die Karriere von Luis de la Fuente verlief alles andere als geradlinig nach oben. Seine Engagements in der dritten spanischen Liga bei Aurera de Vitoria, der zweiten Mannschaft von Athletic Bilbao sowie Deportivo Alavés waren keine Erfolgsgeschichten. Doch mit dem Wechsel zum spanischen Verband im Jahr 2013 nahm seine Laufbahn Fahrt auf. Über die U19 und U21 arbeitete sich der mittlerweile 64-Jährige bis zum Coach der A-Nationalmannschaft hoch. Seit 2023 schrieb er dort eine Heldenstory, obwohl er eigentlich gar nicht gerne im Rampenlicht steht.
Beim Titelgewinn bei der EM 2024 ging der Stern von Lamine Yamal auf - und das im Alter von nur 16 Jahren. Zwei Jahre später ist der Turbodribbler auf Rechtsaußen sowohl beim FC Barcelona als auch bei der Furia Roja längst der große Star, liegt mit einem Marktwert von 200 Millionen Euro gleichauf mit Erling Haaland und Kylian Mbappé auf dem Spitzenplatz der wertvollsten Fußballer der Welt. Nachdem er in der Hinrunde abseits des Platzes unter anderem mit einer ausufernden Geburtstagsfeier für Aufsehen sorgte, nahm das Wundertalent in der Rückrunde Fahrt auf. Seine Muskelverletzung sollte rechtzeitig zur WM auskuriert sein.
Das klassische Tiki-Taka, dieses ballbesitzorientierte und teilweise auch ermüdende Kurzpassspiel, gehört der Vergangenheit an. De la Fuente führte eine Art Tiki Taka 2.0 ein, zwar immer noch sehr ballbesitzorientiert und mit viel Spielkontrolle, aber gleichzeitig mit deutlich mehr Tiefe und Vertikalität. Die Spielweise ist zu variabel, um ausrechenbar zu sein. "Unser Ballbesitz dient dazu, dem Gegner Schaden zuzufügen", sagte Mittelfeldmotor Rodri. Die dankbare Vorrundengruppe mit Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde soll nur der Anfang auf dem Weg zum zweiten WM-Titel sein.