Carlo Ancelotti hat im Fußballgeschäft so ziemlich alles gewonnen und erlebt, was möglich ist. Da wären die Champions-League-Triumphe mit Real Madrid und der AC Mailand oder unrühmliche Rauswürfe wie der beim FC Bayern – nur eine WM als Chefcoach fehlt dem Routinier noch in seiner Vita. "Carletto", dessen Markenzeichen die hochgezogenene Augenbraue ist, war nach seinem Abschied von Real im Vorsommer der Wunschkandidat der Brasilianer. Immerhin: Als italienischer Co-Trainer war Ancelotti schon 1994 bei der WM in den USA dabei. Im Finale verlor er – gegen Brasilien. Nun genieße er es, sagte Ancelotti dem Guardian, die "wichtigste Nationalmannschaft der Welt anzuführen".
Neymar ist dabei. Die Nominierung des Superstars war monatelang das größte Fragezeichen – und sorgte schließlich für Jubel in ganz Brasilien. Doch seit Oktober 2023 stand der Rekordtorschütze nicht mehr für die Selecao auf dem Feld. Über Saudi-Arabien ging es für ihn zurück in die Heimat, Negativschlagzeilen bestimmten zuletzt das Bild. Ob der 34-Jährige dem Team nach zahlreichen Verletzungen wirklich hilft? Neben ehemaligen Trainern der Selecao sollen sich intern auch aktuelle Nationalspieler für Neymars Nominierung ausgesprochen haben.
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Der Rekordweltmeister ist seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr Weltmeister geworden. Vor 24 Jahren, nach dem Finaltriumph 2002 über Deutschland, reckte Cafu als bislang letzter Kapitän der Selecao die Trophäe in die Höhe. Sollte Brasilien in diesem Jahr nicht den ersehnten sechsten WM-Titel holen, wäre es die längste Durstrecke der Geschichte für das fußballverrückte Land. Seit 2014, als das Team im eigenen Land die Demütigung gegen Deutschland (1:7) über sich ergehen lassen musste, erreichte Brasilien nicht einmal mehr das Halbfinale. Der Titel bei der Copa América 2019 ist der bis dato letzte Titel.