Eigentlich hatte sich Sergej Barbarez aus dem Fußball verabschiedet. Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig mit dem Hamburger SV und langjährige Kapitän der Nationalmannschaft zockte lieber. Barbarez pokerte, vornehmlich in Las Vegas, und strich dabei eine sechsstellige Summe ein. Dann ließ er sich auf ein neues Spiel ein: Ausgerechnet beim bosnischen Verband, wegen dessen Skandalen er aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war, trat er seinen ersten Trainerjob an. Mit durchschlagendem Erfolg: In den Play-offs stürzte der 54-Jährige mit seinem Team Italien in tiefe Depressionen.
Edin Dzeko kam aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Erst bei der wilden Party mit seinen Teamkollegen im Nachtclub in Sarajevo, wo der Kapitän mit dem Arm in der Schlinge das WM-Ticket nach dem Elfmeterdrama gegen Italien begoss, dann in der Schalker Arena und auf Ibiza, wo er nach der Rückkehr in die Bundesliga Königsblau im Rausch erlebte. Fußball spielte der 40-Jährige dazwischen nur wenig. Weil er sich an der Schulter verletzt hatte, konnte Dzeko erst wieder für Schalke aufs Feld zurückkehren, als der Aufstieg schon fast perfekt war - beim entscheidenden 1:0 gegen Düsseldorf. Anfang des Jahres hatte die Fußballwelt des Rekordnationalspielers noch trist ausgesehen - als Edelreservist bei der AC Florenz. Dann wechselte er nach Schalke - und feierte.
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Für Bosnien und Herzegowina ist es die zweite WM-Teilnahme. Bereits 2014 in Brasilien hatten die "Drachen" die Endrunde erreicht. Nach Niederlagen gegen Argentinien und Nigeria stand aber bereits das Vorrunden-Aus fest. Der erste WM-Sieg der Geschichte gegen Iran kam zu spät. Torschütze und "Man of the Match" damals: Dzeko, der gerade mit Manchester City zum zweiten Mal englischer Meister geworden war - nach dem Bundesliga-Coup 2009 mit Wolfsburg sein letzter Meistertitel. Bis jetzt zum Zweitligatitel mit Schalke - pünktlich zur zweiten WM.