Kurz vor der WM zog Saudi-Arabien noch einmal die Reißleine und wechselte den Trainer. Statt Hervé Renard führt nun der Grieche Georgios Donis die "Grünen Falken" in das Turnier in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht Rechtsverteidiger Saud Abdulhamid, der sich als Stammspieler in Europa einen Namen gemacht hat.
Weniger als zwei Monate vor dem Start der Endrunde entschieden sich die Saudis für einen Wechsel an der Seitenlinie. Die zweite Amtszeit von Hervé Renard endete. Der Franzose war bereits nach der WM in Katar 2022 entlassen, nach der Trennung seines Nachfolgers Roberto Mancini aber wieder eingestellt worden. Beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wird diesmal ein unbekannter Name für die "Grünen Falken" verantwortlich sein: Georgios Donis. Der 56-jährige Grieche war lange in seiner Heimat als Trainer unterwegs, für den Job aber empfohlen hat er sich in Saudi-Arabien beim Khaleej Club.
Einen echten Star hat das Königreich bisher nicht hervorgebracht. In den vergangenen Jahren sorgte das Land aber für Aufsehen, indem es dank des nationalen Staatsfonds große Namen wie Cristiano Ronaldo oder Karim Benzema mit viel Geld in die Wüste lockte. Die meisten Nationalspieler stehen in der Heimat unter Vertrag, nur wenige schaffen den Schritt ins Ausland. Einer davon ist Saud Abdulhamid. Der Rechtsverteidiger spielt für die AS Rom, ist aber derzeit an RC Lens ausgeliehen und dort Stammspieler. Die Nordfranzosen haben sich bereits für die Champions League qualifiziert.
Bei der WM in Katar vor vier Jahren war Saudi-Arabien die einzige Nation, die Argentinien schlagen konnte. Die Auswahl von Renard überraschte den späteren Weltmeister um Lionel Messi zum Auftakt mit 2:1. Zwölf Jahre später richtet das Land, das wie der kleine Nachbar Katar durch Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht, das Turnier aus. Aufgrund der hohen Temperaturen könnte die WM erneut im Winter stattfinden, doch auch dann stehen die Organisatoren vor einem Problem. Denn im Jahr 2034 fällt der muslimische Fastenmonat Ramadan auf November und Dezember. Möglicherweise wird die Endrunde auf Anfang 2035 verlegt.