Demut vor der Aufgabe – diese Haltung strahlt Hajime Moriyasu eigentlich ständig aus. In seiner Amtszeit habe es immer wieder Momente gegeben, in denen er dachte: "Wenn wir das nächste Spiel verlieren, dann ist es vorbei." So weit kam es aber nie, seit 2018 steht Moriyasu an der Seitenlinie, er ist Japans erster Nationaltrainer, der in mehr als 100 Spielen die Verantwortung trug. Das Team entwickelte sich in dieser Phase stetig weiter - und Demut bedeutet nicht, dass es an Selbstbewusstsein fehlt. "Ich denke es ist okay, uns den WM-Titel als Ziel zu setzen", sagt der 57-Jährige.
Leichtfüßig und variabel kommt Japans Offensive daher, Daichi Kamada (Crystal Palace), Ritsu Doan (Eintracht Frankfurt) und Daizen Maeda (Celtic Glasgow) sind nur einige der herausstechenden Spieler. Der wohl spektakulärste Tempodribbler ist derzeit aber Takefusa Kubo. Ausgebildet wurde er in Barcelonas La Masia, später schlug Real Madrid zu, mittlerweile hat der 24-Jährige eine Heimat bei Real Sociedad San Sebastian gefunden. Schon in Katar 2022 war Kubo als ganz junger Mann dabei, die WM 2026 könnte nun seine Bühne werden.
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Japan ist mittlerweile Stammgast bei Weltmeisterschaften, zum achten Mal in Folge sind die Blauen Samurai dabei, stehen für schnellen, ansehnlichen Fußball – schleppen aber auch diesen Fluch mit sich herum: Noch nie kam das Team über das Achtelfinale hinaus. 2022 war dort erst im Elfmeterschießen gegen Kroatien Schluss. In Amerika soll nun endlich mehr passieren – und warum eigentlich nicht? Japan gewann zuletzt fünfmal in Folge, darunter ein Heimsieg gegen Brasilien und Auswärtssiege in England und Schottland. Bei der WM geht es in Gruppe F zunächst gegen die Niederlande, Schweden und Tunesien.