Am Dienstag (20.45 Uhr) steigt im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion das große Endspiel um das WM-Ticket für 2026. Die Ausgangslage könnte brisanter kaum sein: Österreich reicht ein Punkt, Bosnien muss gewinnen, um seine zweite WM-Teilnahme nach 2014 zu fixieren. Für Österreich wäre es die erste seit 1998 – eine ganze Generation wartet auf den Durchbruch.
Im Mittelpunkt steht einmal mehr Marko Arnautovic, der dieses Finale zu einem persönlichen Höhepunkt erklärte. "Es ist das wichtigste Spiel meiner Karriere. Meine gesamte Familie ist hier, ich kann es kaum erwarten."
Genau diese Worte bekommen noch mehr Gewicht, wenn man auf sein letztes Spiel im Prater zurückblickt – ein Abend, der eigentlich kaum zu toppen schien. Beim 10:0 gegen San Marino schrieb Arnautovic Geschichte, traf viermal und zog als neuer ÖFB-Rekordschütze an Toni Polster vorbei. Doch all das ordnet er dem Showdown klar unter: "Das war ein schöner, großer Moment – aber das morgen ist noch einmal ein Level darüber."
Auch auf dem Platz zeigt Arnautovic, dass ihm eine WM-Qualifikation alles bedeuten würde. Auf Zypern war er mit einem Doppelpack der entscheidende Mann, der Österreich erst in diese Ausgangsposition brachte. Die damals verschobene WM-Party und das Chaos bei der Rückreise sind für ihn längst abgehakt – der Blick richtet sich nur noch auf das, was jetzt möglich ist. "Ich will einfach bei der WM dabei sein. Wir waren mit der Nationalmannschaft ganz unten und ganz oben – jetzt müssen wir uns nur noch belohnen."
Für zusätzlichen Schub sorgte Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der das Nationalteam vor dem Abschlusstraining am Montag besuchte und starke Worte fand. "Gemma Burschen!" sagte er den Spielern und zeigte sich sichtlich angetan davon, in die sonst tabuisierte Kabine eingeladen worden zu sein.
Van der Bellen betonte, wie sehr das ganze Land hinter der Mannschaft steht: "Mich brauchen sie nicht, aber wir brauchen sie." Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Teamgeist der ÖFB-Elf: "Sie sind füreinander und miteinander da – schönstes rot-weiß-rotes Teamplay."