Kurz vor dem entscheidenden Duell um das WM-Ticket am Dienstag in Wien (20.45 Uhr, live ServusTV und im "Heute"-Liveticker) hat Bosnien die Tonlage verschärft. Teamchef Sergej Barbarez erhebt schwere Vorwürfe gegen den ÖFB – und spricht von fehlendem Fairplay in der Causa Emir Karic.
Für Österreich steht fest: Ein Punkt reicht, ein Sieg fixiert endgültig die Reise nach Nordamerika 2026. Für Bosnien ist es die letzte Chance, die Quali in die eigenen Hände zu reißen.
Der Linksverteidiger Emir Karic (Sturm Graz) hätte nach bosnischer Darstellung bereits gegen Rumänien sein Debüt feiern sollen. Doch laut Barbarez sei die dafür notwendige Freigabe aus Österreich "nicht rechtzeitig" eingetroffen. Der Teamchef wählte deutliche Worte: "Das ist kein Fairplay." Besonders pikant, weil Österreich bei einem bosnischen Punkteverlust schon vorzeitig qualifiziert gewesen wäre.
Karic spielte bis zur U21 für Österreich, besitzt aber seit dem Vorjahr einen bosnischen Pass. Nun steht er erstmals im Aufgebot – und betonte zuletzt öffentlich seine klare Haltung: Bosnien sei das Land seiner Eltern, dort liege sein Herz. Inzwischen ist laut bosnischen Medien die Freigabe eingetroffen, Karic wäre in Wien einsatzberechtigt.
Parallel dazu richtet sich der Blick auch auf Arjan Malic, ebenfalls Sturm Graz. Der 20-Jährige entschied sich – trotz Telefonats mit Ralf Rangnick – bewusst für Bosnien.
"Rangnick hätte gerne gehabt, dass ich für Österreich spiele", erklärte er dieser Tage. Doch für Malic überwog der Traum, mit Größen wie Edin Džeko aufzulaufen: eine Herzensentscheidung, keine gegen Österreich.
Sportlich erlebte Malic ein rasantes Jahr: Meistertitel, Champions-League-Tor, vier Länderspiele und ein erstes kleines Kultmoment, als er nach dem Sieg gegen Zypern mit dem Megafon für die Fans sang. In Bosniens Team ist er umgeben von Profis mit Österreich-Bezug – darunter Karic, Hadzikic, Gazibegović oder Dedić.
Beim 0:1 gegen Rumänien patzte Malic vor dem Gegentor und wurde zur Pause ausgewechselt. Barbarez nahm ihn dennoch in Schutz: Der Fehler tue ihm leid, wichtig sei jetzt der Fokus auf Wien. Mit dem Ausfall von Top-Außenverteidiger Amar Dedić könnten Malic und Karic gegen Österreich trotzdem zu Schlüsselfiguren werden.
"Wir müssen das in Zukunft besser absichern und aufmerksamer sein", mahnte Barbarez – und kündigte an, dass seine Mannschaft in Wien ihre Stärken zeigen werde.