Strecke zu kurz

"Gehen Sie zu Fuß!" – Taxler brüllt Österreicherin an

Weil ihr Zug 75 Minuten Verspätung hatte, nahm eine Linzer Pensionistin ein Taxi zum Theater. Nach der kurzen Fahrt wurde sie vom Lenker beschimpft.
24.10.2026, 09:00
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Eigentlich wollte eine Linzer Pensionistin nur noch rechtzeitig ins Theater kommen. Doch statt eines entspannten Abends erlebte sie nach einer kurzen Taxifahrt eine unangenehme Überraschung. Der Chauffeur machte laut "Kronen Zeitung" seinem Ärger über die nur rund einen Kilometer lange Strecke Luft und forderte die Frau auf, künftig zu Fuß zu gehen.

Besonders bitter: Die Mittsiebzigerin hatte den Fahrpreis sogar aufgerundet. Nun schaltet sich die Wirtschaftskammer ein.

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75 Minuten Verspätung

Die Linzerin, die nur als Frau W. genannt wird, hatte den Donnerstag in Salzburg verbracht. Für den Abend besaß sie Karten für eine Vorstellung im Theater Phönix in Linz. Ursprünglich hätte sie ausreichend Zeit gehabt, um vom Bahnhof zum Theater zu gelangen. Doch ihr Zug hatte 75 Minuten Verspätung.

"Ich bin erst zwei Minuten vor Beginn der Vorstellung am Bahnhof angekommen, da bin ich so schnell wie möglich hinaus und habe mich in ein Taxi gesetzt. Schon als ich das Ziel nannte, merkte ich, dass der Fahrer nicht erfreut ist", schildert die Pensionistin gegenüber der "Kronen Zeitung".

Die Strecke vom Bahnhof zum Theater war nur etwa einen Kilometer lang.

Taxler lässt Ärger an Fahrgast aus

Schon während der Fahrt hatte die Frau den Eindruck, dass der Lenker mit dem kurzen Auftrag unzufrieden war. Die einzige Kurve auf der Strecke habe er ihrer Schilderung zufolge sehr "sportlich" genommen.

Die Pensionistin beschwerte sich darüber allerdings nicht. "Aber gesagt habe ich nichts, es war ja zu meinem Vorteil", erklärt sie im Gespräch mit der Tageszeitung. Am Ziel bezahlte die Frau den Fahrpreis und rundete den Betrag auf, damit es schneller ging.

Doch statt eines freundlichen Abschieds bekam sie eine deutliche Ansage.

"Nächstes Mal gehen Sie zu Fuß!"

"Nach dem Zahlen drehte er sich zu mir um und sagte mir ins Gesicht: ,Nächstes Mal gehen Sie zu Fuß! Sie verschwenden meine Zeit, ich bin zum Arbeiten hier.’ Ich bin schlagfertig, aber da war ich sprachlos", berichtet Frau W. der "Krone".

Mit einer solchen Reaktion hatte die Linzerin nicht gerechnet. Vor allem ärgert sie sich in der "Krone" darüber, dass sie trotz der kurzen Strecke bezahlt und sogar Trinkgeld gegeben hatte: "Den Fahrpreis habe ich aufgerundet, damit das Herausgeben schneller geht, und das ist der Dank dafür."

Pensionistin war selbst 14 Jahre Taxifahrerin

Frau W. kennt die Branche aus eigener Erfahrung. Sie war 14 Jahre lang selbst als Taxifahrerin in Linz unterwegs.

Umso weniger Verständnis hat sie dafür, dass ein Fahrgast wegen einer kurzen Strecke zurechtgewiesen wird. Auch bei der Wirtschaftskammer Oberösterreich stößt das geschilderte Verhalten auf Kritik.

Wirtschaftskammer will Taxler zur Rede stellen

Robert Riedl, Obmann der Taxifahrer bei der Wirtschaftskammer Oberösterreich, kündigt gegenüber der "Krone" Konsequenzen in Form eines Gesprächs an:

"Wir werden den Herrn ausfindig machen und ein Gespräch mit ihm führen. Es herrscht Beförderungspflicht – wenn keine Ausnahme vorliegt, muss der Gast ohne Wenn und Aber transportiert werden. Solches Verhalten ist nicht zu tolerieren."

Damit stellt Riedl klar, dass auch kurze Fahrten grundsätzlich angenommen werden müssen, sofern kein zulässiger Ausnahmegrund vorliegt.

Für die Linzer Pensionistin bleibt jedenfalls ein unangenehmes Erlebnis zurück: Sie wollte nach einer langen Zugverspätung nur rasch ins Theater und musste sich dafür am Ende auch noch rechtfertigen.

wil, 24.10.2026, 09:00