Bei seinem neuen Werk "Geister" setzt Filmemacher Fatih Akin nicht nur auf bewegte Bilder.
Noch bevor das romantische Drama am Donnerstag (5. November) in den Kinos startet, ist die gleichnamige Graphic Novel der Berliner Comiczeichnerin Bea Davies erschienen.
Im Mittelpunkt steht die 20-jährige Farasha. In der Nacht ihrer ersten Begegnung mit Faris stirbt die junge Frau. Doch ihre Geschichte ist damit nicht beendet: Aus dem Jenseits findet sie einen Weg in seine Träume.
Dort können sich Farasha und Faris für insgesamt 40 Nächte begegnen. Aus dem kurzen Kennenlernen entwickelt sich eine intensive Liebesgeschichte. Gleichzeitig geraten Traum, Wirklichkeit und Vorstellung zunehmend durcheinander. Mit jeder Nacht rückt zudem der endgültige Abschied näher.
Dass Film und Graphic Novel beinahe gleichzeitig veröffentlicht werden, kommt nicht von ungefähr. Akin stellte sich die Geschichte nach eigenen Angaben bereits während der Entwicklung wie einen Comic vor.
"Im Grunde war 'Geister' schon immer eine Graphic Novel – oder ein Manga oder ein Anime ... Damit meine ich, dass ich diese Geschichte immer wie einen Comic gedacht habe: in Sprech- und Gedankenblasen, die Szenen und Einstellungen als Panels, den Schnitt als Gutter, den Sound in Lautmalereien. Der Film hätte genauso gut die Adaption einer Graphic Novel sein können.", schreibt der Regisseur im Nachwort des Buches.
Davies orientierte sich für ihre Umsetzung nicht einfach am fertigen Film. Grundlage war das Drehbuch von Fatih Akin und Ruth Toma. Dadurch entstand eine eigenständige gezeichnete Fassung, die Farashas und Faris’ Traumwelt auf andere Weise darstellt.
Damit bekommen Fans dieselbe Geschichte in zwei unterschiedlichen Formen. Während Akin die Beziehung zwischen Diesseits und Jenseits für die Leinwand inszeniert, übersetzt Davies die Gefühle, Gedanken und Traumwelten in gezeichnete Panels. Welche Version stärker nachwirkt, können Leser und Kinobesucher bald selbst entscheiden.