Ein Mord, ein zweifelhaftes Geständnis und jede Menge offene Fragen! Genau 51 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des italienischen Kult-Regisseurs Pier Paolo Pasolini nimmt die Staatsanwaltschaft in Rom den mysteriösen Kriminalfall erneut unter die Lupe.
Der Filmemacher und Schriftsteller wurde in der Nacht auf den 2. November 1975 am Strand von Ostia nahe Rom brutal getötet. Bis heute ist unklar, was damals wirklich geschah – und ob mehrere Täter beteiligt waren.
Neue Hoffnung macht nun Anwalt Stefano Maccioni. Er brachte die Ermittlungen mit einer Anzeige wieder ins Rollen. Im Mittelpunkt stehen DNA-Spuren, die bereits 2010 gesichert wurden.
"Wir hoffen, dass die Staatsanwaltschaft Rom endlich die Antworten liefern kann, nach denen wir seit so vielen Jahren suchen", erklärt Maccioni. Gleichzeitig fordert er mögliche Mitwisser auf, endlich ihr Schweigen zu brechen.
Für den Mord wurde damals der erst 17-jährige Giuseppe Pelosi verurteilt. Er hatte die Tat zunächst gestanden und 1976 eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren erhalten.
Doch Jahre später folgte die überraschende Wende: Pelosi widerrief sein Geständnis und behauptete, unter Druck gesetzt worden zu sein. Schon das erste Gericht war davon ausgegangen, dass er nicht allein gehandelt hatte. Wer mögliche Komplizen waren, blieb jedoch ungeklärt. Pelosi wurde 1983 vorzeitig entlassen und starb 2017 an Krebs.
Bis heute halten sich Spekulationen über die Hintergründe des Mordes. Pasolini war nicht nur ein gefeierter Filmemacher, sondern auch ein scharfer politischer Kritiker.
Wegen seines umstrittenen Films "Die 120 Tage von Sodom", in dem er den Faschismus anprangerte, hatte er sogar Todesdrohungen von rechtsextremen Gruppen erhalten. Ein politisches Mordmotiv konnte allerdings nie nachgewiesen werden.
Bereits 2016 und 2023 waren Versuche gescheitert, den Fall neu aufzurollen. Jetzt sollen die Ermittler erneut prüfen, ob weitere Personen an der Bluttat beteiligt waren.
Ob die Wahrheit nach 51 Jahren doch noch ans Licht kommt, bleibt abzuwarten.