Wie "20 Minuten" berichtet, gab es bereits vor Jahren Hinweise auf Probleme – etwa bei der maximalen Besucherzahl, beim Brandschutz und bei den Evakuierungsplänen. Trotz mehrerer Kontrollen und gesetzter Fristen hat der Betreiber die verlangten Auflagen aber nicht vollständig umgesetzt.
Das Lokal Le Constellation wurde insgesamt drei Mal kontrolliert: 2016, 2018 und 2019. Bei der ersten Überprüfung im Jahr 2016 hat die damals eigenständige Gemeinde Chermignon nur die Veranda des Lokals inspiziert. Die restlichen Bereiche blieben damals außen vor.
Im Jänner 2018 hat der Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde Crans-Montana dem damaligen Geschäftsführer Jacques Moretti aufgetragen, die Zahl der Gäste pro Stockwerk auf höchstens 100 zu begrenzen. Außerdem sollte er innerhalb von drei Monaten die Standorte der Feuerlöscher dokumentieren. Auch Evakuierungspläne und die Schulung des Personals fehlten zu diesem Zeitpunkt.
Bei einer weiteren Kontrolle im Mai 2019 wurde festgestellt, dass die geforderten Maßnahmen immer noch nicht umgesetzt waren. Die Gemeinde hat ihre Forderungen wiederholt und dem Betreiber erneut eine Frist von drei Monaten gesetzt.
Nach der Kontrolle im Jahr 2019 hat es keine weiteren Überprüfungen des Lokals mehr gegeben. In den vorhandenen Kontrollberichten findet sich außerdem kein Hinweis auf Lärmschutz oder spezielle schallabsorbierende Materialien. Genau solche Materialien sind in der tödlichen Silvesternacht in Brand geraten.
In allen drei Kontrolljahren war Jacques Moretti nicht der Eigentümer der Immobilie, sondern ausschließlich Geschäftsführer des Betriebs.