Rund zwei Wochen nach dem katastrophalen Brand in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana kommen immer mehr Details ans Licht. Demnach wurden nur wenige Stunden nach dem verheerenden Feuer, das 40 Personen das Leben kostete, elf Personen befragt – unter ihnen auch das Betreiber-Paar.
Die französische Tageszeitung "Le Temps" hat nun Einsicht in die Ermittlungsakten erhalten. Darin sind auch Aussagen von Jacques und Jessica Moretti zu den Sicherheitsvorkehrungen in ihrer Bar enthalten.
Demnach hätten die Betreiber betont, dass sich gegenüber den Toiletten ein deutlich gekennzeichneter Notausgang befunden hätte. Das Leuchtschild sei sogar kurz vor der Katastrophe erst saniert worden. Des Weiteren habe es im Erdgeschoss auch einen Nebeneingang gegeben. Diese Tür sei jedoch verschlossen gewesen – warum, konnte sich der Besitzer nicht erklären.
Er selbst sei derjenige gewesen, der die Tür dann von draußen aufgebrochen habe. Auch vier zuletzt im August 2025 überprüfte Feuerlöscher habe es im Keller des Lokals gegeben. Die Mitarbeiter seien laut Aussagen Morettis jedoch nicht für den Ernstfall geschult gewesen. Zudem fehlte es an einer Sprinkleranlage.
Jacques Moretti war nicht vor Ort, als das Feuer ausbrach. An jenem Abend war seine Frau für die Bar zuständig. Sie beteuerte, dass die Kapazitätsgrenze von 300 Besuchern in der Silvesternacht nicht überschritten wurde. Zuvor hatte die Gemeinde jedoch angegeben, dass die Bar nur für 200 Besucher zugelassen gewesen sei. Für den Einlass und die Alterskontrollen sei jedenfalls das Sicherheitspersonal zuständig gewesen.