Sie kontrollieren Müllräume, Kellergänge und Innenhöfe, nehmen Parksünder unter den Einkaufswagerln ins Visier und haben auch für weggeworfene Zigaretten kein Verständnis: Die Ordnungsberater von Wiener Wohnen sorgen in den rund 1.800 Wiener Gemeindebauanlagen für Ordnung. Wie viel Arbeit dabei anfällt, zeigt die aktuelle Bilanz für das erste Halbjahr 2026.
Insgesamt absolvierten die Mitarbeiter 19.829 Kontrollgänge und führten 23.699 Gespräche mit Mietern. Dabei wurden 18.123 Verstöße gegen das Wiener Reinhaltegesetz und 18.770 Verstöße gegen die Hausordnung gemeldet. Das geht aus einer aktuellen Aussendung der Stadt Wien hervor.
Besonders viel Arbeit verursachen illegal abgestellte Gegenstände. Allein von Jänner bis Juni mussten 21.293 Entrümpelungen durchgeführt werden. Besonders häufig betroffen waren Müllplätze mit 8.874 Entrümpelungen, gefolgt von allgemeinen Hausbereichen wie Kellergängen und Dachböden (7.136) sowie Müllräumen (1.764).
Zu den häufigsten Beanstandungen zählen außerdem Sperrmüll-Ablagerungen, Verunreinigungen, weggeworfene Zigaretten, Hundekot und illegal abgestellte Einkaufswagerl. Vor allem Einkaufswagerl, die aus Supermärkten mitgenommen und anschließend im Gemeindebau abgestellt werden, sind Wiener Wohnen ein Dorn im Auge. Sie können Flucht- und Rettungswege blockieren, Grünflächen beschädigen und zusätzliche Kosten verursachen.
Wer dabei erwischt wird, einen Einkaufswagen in einer Wohnhausanlage abzustellen, riskiert ein Strafmandat von 50 Euro. Wiener Wohnen setzt außerdem auf Sammelstellen und regelmäßige Abholungen durch die beteiligten Handelsunternehmen.
Nicht nur illegal abgestellte Einkaufswagerl können teuer werden. Auch wer seinen Sperrmüll einfach im Innenhof entsorgt, Zigarettenstummel auf den Boden wirft oder den Hundekot seines Vierbeiners nicht entfernt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Laut aktueller Information von Wiener Wohnen kostet ein Organmandat wegen Verstößen gegen das Wiener Reinhaltegesetz 70 Euro.
Bei schwerwiegenderen Verstößen kann es noch deutlich teurer werden. Wer eine Verunreinigung nicht beseitigt oder einer entsprechenden behördlichen Aufforderung nicht nachkommt, riskiert eine Anzeige. Je nach Verstoß sind Geldstrafen von bis zu 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro möglich.
Die Ordnungsberater dürfen auf öffentlich zugänglichen Flächen der Gemeindebauten auch Ausweise kontrollieren, Personalien aufnehmen und Strafmandate ausstellen. Wer sich weigert, seine Identität bekanntzugeben, muss damit rechnen, dass die Polizei hinzugezogen wird. Insgesamt wurden von Jänner bis Juli 1.552 Organstrafverfügungen ausgestellt. In weiteren 401 Fällen kam es zu Anzeigen.
Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) begleitete die Ordnungsberater bei einem Rundgang im 9. Bezirk und machte sich ein Bild von ihrer Arbeit. "Der Gemeindebau ist das Zuhause für hunderttausende Wienerinnen und Wiener. Für ein gut funktionierendes Zusammenleben in den Wohnhausanlagen braucht es gegenseitige Rücksichtnahme und klare Regeln", erklärt Hanel-Torsch.
Die Ordnungsberater seien wichtige Ansprechpartner vor Ort, die Probleme frühzeitig erkennen und Konflikte vermeiden sollen. Allerdings müsse bei hartnäckigen Verstößen auch durchgegriffen werden. "Dazu gehört auch, dass sie Strafen ausstellen, wenn sich jemand partout nicht an die Spielregeln halten will. So trägt ihr Einsatz wesentlich zu Sauberkeit, Sicherheit und Lebensqualität im Gemeindebau bei", betont die Stadträtin.
Wer im Gemeindebau illegal abgestellten Sperrmüll, zurückgelassene Einkaufswagerl oder andere Verunreinigungen entdeckt, kann diese direkt bei Wiener Wohnen melden. Die Service-Hotline unter 05 75 75 75 ist täglich rund um die Uhr erreichbar.