Bei Präsidenten-Besuch

Genozid-Vorwurf: Trump führt Südafrikas Präsidenten vor

Am Mittwoch kam es zu einem weiteren Eklat im Weißen Haus. Trump warf dem südafrikanischen Präsidenten schwere Vorwürfe an den Kopf.
21.05.2025, 20:13
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Beim Besuch des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump seinen Amtskollegen öffentlich vorgeführt. Bei einem Treffen im Oval Office ließ Trump überraschend Videoaufnahmen zeigen, um seine "Genozid"-Vorwürfe gegen Südafrika zu untermauern. Die Bilder zeigten Gräber am Rande einer Straße, sagte der Republikaner. "Es ist ein schrecklicher Anblick. So etwas habe ich noch nie gesehen."

Fachleute widersprechen Trumps Darstellung eines angeblichen Völkermords. Damit greift er eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie vom sogenannten "weißen Genozid" auf.

USA nehmen weiße Südafrikaner auf

Kürzlich hatten die USA eine erste Gruppe der weißen Südafrikaner aufgenommen und ihnen Flüchtlingsstatus erteilt – obwohl Trumps Regierung die Aufnahme von Flüchtlingen etwa aus Kriegs- und Krisengebieten weitestgehend gestoppt hat.

Kurz vor der Ankunft der Afrikaaner (Nachfahren hauptsächlich niederländischer, deutscher und französischer Siedler weißer Hautfarbe in Südafrika) hatte Trump von einem "Genozid" an weißen Bauern in Südafrika gesprochen. Die südafrikanische Regierung weist die Vorwürfe entschieden zurück und kritisiert die Übersiedlung scharf. Ramaphosa reiste nach Washington, um die Spannungen zwischen beiden Ländern abzubauen.

Trump spielt plötzlich Videos ab

Trump drehte sich zu einem Bildschirm um, der offenbar extra für die folgende Präsentation im Raum aufgestellt wurde. Auf dem Bildschirm wird ein Video gezeigt, in dem ein südafrikanischer Oppositionspolitiker ein Lied singt, in dem die Zeile "shoot the Boer" vorkommt, die sich auf weiße Farmer im Land bezieht. Trump hat weithin diskreditierte Behauptungen über einen Völkermord an den weißen Südafrikanern wiederholt.

Trump zeigt den Anwesenden im Oval Office ein weiteres Video, das angeblich eine Begräbnisstätte weißer Farmer zeigt. Während das Video läuft, sagt Trump: "Es ist ein schrecklicher Anblick, so etwas habe ich noch nie gesehen". Ramaphosa fragt Trump: "Hat man Ihnen gesagt, wo das ist, Herr Präsident?" Trump antwortet mit "Nein". Ramaphosa sagt, er würde gerne wissen, wo es ist, da er es noch nie gesehen hat. "Es ist in Südafrika", antwortet Trump.

Er werde dem nachgehen, versprach der südafrikanische Präsident. Trump hielt auch ausgedruckte Artikel über angebliche Gewalt an weißen Landwirten in die Höhe und übergab seinem Amtskollegen dazu einen Stapel an Papieren. Ramaphosa bemühte sich wiederholt, die Lage zu entspannen und betonte, wenn es Probleme gebe, müsse man unter Partnern darüber reden. Er sei bereit, über alles zu reden – ohne das Beisein von Reportern. Der südafrikanische Präsident versuchte auch mehrfach, Trump zu schmeicheln und ihn mit politischen Angeboten – etwa dem Zugang zu südafrikanischen Rohstoffen – milder zu stimmen.

Ramaphosa verwies auf drei Weiße, die in seiner Entourage ins Weiße Haus gereist sind. "Wenn es einen Völkermord an den afrikanischen Farmern gäbe, wären diese drei Herren bestimmt nicht hier, auch mein Landwirtschaftsminister wäre nicht bei mir", sagte Ramaphosa. Die drei durften vor Trump vorsprechen, wobei sie ihn zu überzeugen versuchten, dass die USA und Südafrika weiterhin Partner auf freundschaftlicher Basis bleiben sollten.

Musk sitzt mit im Raum

Elon Musk, ein gebürtiger Südafrikaner und Trump-Vertrauter, ist während des Treffens ebenfalls im Raum. Er hat schweigend zugehört, bis Trump direkt auf ihn zeigt. "Elon wollte das", sagt Trump. "Er kam eigentlich wegen eines anderen Themas hierher, nämlich Raketen zum Mars zu schicken", sagt Trump und fügt hinzu: "Das gefällt ihm besser." Trump sagt dann, er wolle Musk nicht in die Debatte über die Diskriminierung weißer Südafrikaner einbeziehen und sagt lachend: "Ich glaube nicht, dass es (Musk) gegenüber fair ist".

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