Bei einer großangelegten Kontrolle im Baugewerbe hat die Finanzpolizei im März in Österreich hunderte Verstöße aufgedeckt – besonders brisant sind dabei mehrere Einzelfälle.
So trafen die Behörden auf einer Baustelle in Niederösterreich drei ukrainische Schwarzarbeiter an. Ihr Auftraggeber hatte bereits rund 157.000 Euro Abgabenschulden angehäuft – die Finanzpolizei pfändete daraufhin seinen gepanzerten Mercedes S600. Auf einer weiteren Baustelle im selben Bundesland wurden elf illegal beschäftigte Arbeiter festgestellt.
Auch in Oberösterreich griffen die Behörden ein: Zwei Bauarbeiter ohne Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligung wurden an die Fremdenpolizei übergeben. Zudem wurden drei Reinigungskräfte als Scheinselbstständige eingestuft – ihre Tätigkeit wird nun dem Auftraggeber zugerechnet. In Salzburg stellte die Finanzpolizei außerdem einen gefälschten rumänischen Führerschein sicher.
Insgesamt wurden bei der europaweit koordinierten Aktion an 285 Einsatzorten 586 Unternehmen und rund 2.000 Beschäftigte kontrolliert. Dabei kam es zu 546 Übertretungen – darunter zahlreiche Fälle von Schwarzarbeit sowie Verstöße gegen Lohn- und Sozialdumping.
Neben den Anzeigen trieben die Behörden auch Geld ein: Rund 600.000 Euro an offenen Abgaben wurden exekutiert, dazu kamen mehr als 200.000 Euro an offenen Finanzstrafen.
Die Ermittlungen laufen weiter, insbesondere zu Subunternehmerketten und möglichen Betrugskonstruktionen. Unterstützung kam auch von Einsatzkräften aus Italien, Slowenien und Tschechien.
Finanzminister Markus Marterbauer betont: "Das Amt für Betrugsbekämpfung und die Finanzpolizei sorgen dafür, dass rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Betrugsbekämpfung ist im Interesse der redlichen Unternehmen und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Daher gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug."