Das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) hat 2025 kräftig zugeschlagen, das geht aus einer entsprechenden Aussendung des Finanzministeriums hervor. Insgesamt mehr als 154 Millionen Euro brachte die Behörde der Republik ein. Das sind um über 47 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.
Die Zahlen zeigen, wie intensiv kontrolliert wurde: 51.000 Beschäftigte in 25.981 Betrieben wurden überprüft, 411 Scheinunternehmen auffliegen gelassen und 7.288 Finanzstrafverfahren abgeschlossen. Dazu kommen 128 Hausdurchsuchungen und sichergestellte 92,5 Terabyte an Beweisdaten.
Für Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) ist klar: "Betrugsbekämpfung ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Finanzministeriums. Nicht nur wegen des Beitrags zur Budgetkonsolidierung, sondern vielmehr als Beitrag zur Gerechtigkeit." Jeder Erfolg gegen unlautere Praktiken stärke auch die Steuermoral. Wer glaube, mit Abkürzungen durchzukommen, werde eines Besseren belehrt.
Auch Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl betont die Fairness gegenüber ehrlichen Unternehmen. Unfaire Geschäftspraktiken würden nicht nur dem Staat schaden, sondern auch jenen Firmen, die korrekt Steuern zahlen.
ABB-Vorstand Christian Ackerler verweist auf den verstärkten Einsatz moderner Datenanalyse. Diese spiele bei der Aufdeckung von Steuer- und Sozialbetrug eine immer wichtigere Rolle.
Für Aufsehen sorgte unter anderem ein internationaler Vertrieb von Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmitteln. Der Verdacht: systematische Abgabenverkürzung in Millionenhöhe. Über ein internationales Firmengeflecht sollen Umsätze verschleiert worden sein. Der vorläufige Schaden liegt bei rund 3,6 Millionen Euro. Der Unternehmer ist geständig, das Verfahren läuft.
Auch organisierte Schwarzarbeit wurde aufgedeckt. In drei Bundesländern gab es Hausdurchsuchungen, dabei wurden 660.000 Euro Bargeld sowie Luxusuhren, Schmuck und Gold sichergestellt. Der Schaden dürfte im siebenstelligen Bereich liegen.
In einem anderen Fall soll ein Personalbereitsteller systematisch Löhne gedrückt und Abgaben hinterzogen haben. Die vorläufige Steuerschädigung: rund 2,2 Millionen Euro.
Besonders dreist: Illegale Glücksspielautomaten im Hinterhof einer Tankstelle in Wels. Zwei Geräte wurden beschlagnahmt, dem Betreiber drohen Strafen bis zu 20.000 Euro.
Für großes Echo sorgte auch ein Softwarevertreiber, der Manipulationsprogramme für Registrierkassen verkauft haben soll. In 24 Fällen wurden Abgabenverkürzungen festgestellt, 12,6 Millionen Euro nachgefordert. Der Mann wurde zu zwei Millionen Euro Geldstrafe und zwei Jahren bedingter Haft verurteilt.
Auch im Taxigewerbe schlug das ABB zu. Bei einer großangelegten Aktion in Wien wurden Bargeld, Luxusautos und Uhren sichergestellt. Allein ein Spürhund fand 60.000 Euro Bargeld.