Die Pläne für ein Moschee- und Kulturzentrum in der Dornbirner Quellengasse sorgen weiter für politische Diskussionen. Nun positioniert sich die Dornbirner Volkspartei klar gegen eine Umsetzung an diesem Standort.
Nach Angaben der Partei ist ein Zentrum für rund 400 Personen mit einem mehr als 30 Meter hohen Turm geplant. Zum Vergleich verweist die VP auf den gegenüberliegenden Feuerwehrturm mit einer Höhe von 18 Metern.
"Diese Dimension zeigt, dass es hier nicht um Detailfragen der Planung geht. Ein Kultur- und Gebetszentrum dieser Größenordnung ist an diesem Standort falsch", erklären Vizebürgermeister und Klubobmann Alexander Juen sowie Parteiobmann Thomas Winsauer im Gespräch mit "vol.at".
Die Volkspartei begründet ihre Position auch mit dem Umfeld. In der Quellengasse befinden sich laut Partei neben Wohngebiet auch Einrichtungen wie Feuerwehr und Wasserwerk.
Mehrere hundert Besucher sowie der damit verbundene zusätzliche Verkehr und Veranstaltungen seien aus Sicht der VP mit diesem Umfeld nur schwer vereinbar.
"Wir sagen deshalb nicht: kleiner, niedriger oder anders planen. Wir sagen: nein zu diesem Standort", wird Juen in "vol.at" zitiert.
Zusätzlich verlangt die Partei mehr Transparenz rund um Planung und Betrieb. Vor einer weiteren Diskussion müsse aus ihrer Sicht geklärt werden, wer wesentliche Entscheidungen trifft, wie das religiöse Personal und der Betrieb finanziert werden und welche Rolle übergeordnete oder ausländische Organisationen spielen.
"Integration bedeutet, miteinander und nicht nebeneinander zu leben. Dazu gehören Offenheit und Transparenz genauso wie ein Standort, der für die Stadt und die Nachbarschaft verträglich ist", sagt Winsauer laut Aussendung.
Kritik kommt von der Volkspartei auch am bisherigen politischen Ablauf. Nach eigenen Angaben stellt sie mit 13 Mandaten die stärkste Fraktion in der Dornbirner Stadtvertretung.
Dass das Vorhaben über längere Zeit zwischen Bürgermeister und Projektwerber besprochen worden sei, ohne die Fraktionen frühzeitig einzubeziehen, stößt bei der Partei auf Ablehnung.
"Bei einem Projekt mit dieser städtebaulichen und gesellschaftlichen Tragweite kann die Stadtvertretung nicht erst dann ins Spiel kommen, wenn wesentliche Gespräche bereits geführt wurden. Gerade die stärkste Fraktion muss von Beginn an eingebunden sein", betont Juen gegenüber "vol.at".
Die Volkspartei kündigt an, sich gegen das Projekt am vorgesehenen Standort einzusetzen. Ein nächster politischer Schritt steht bereits am Donnerstag an.
Dann soll laut Partei in der Stadtvertretung eine Verordnung für eine Sonderwidmung für publikumsintensive Veranstaltungsstätten beschlossen werden. Anschließend benötigt die Sonderwidmung eine Mehrheit in der Stadtvertretung.
Die Dornbirner Volkspartei macht damit klar, dass sie nicht nur Änderungen am geplanten Zentrum fordert, sondern den Standort in der Quellengasse grundsätzlich ablehnt.