Berufungsprozess in Paris

Gericht entscheidet über Le Pens Polit-Zukunft

Ab Dienstag steht Marine Le Pen, Frankreichs bekannteste Rechtsnationale, in Paris erneut vor Gericht. Für sie geht es um alles.
Newsdesk Heute
13.01.2026, 13:42
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Im Berufungsprozess muss sich Le Pen zusammen mit weiteren Parteikollegen wegen angeblich veruntreuter EU-Gelder verantworten. Wie "20 Minuten" berichtet, könnte das Urteil die Präsidentschaftswahl 2027 maßgeblich beeinflussen.

In der ersten Instanz wurde Le Pen das passive Wahlrecht für fünf Jahre entzogen – sofort wirksam. Sollte das Urteil bestätigt werden, wäre ihre vierte Kandidatur zu 2027 Geschichte. Hier findest du die wichtigsten Infos zum Verfahren.

Worum geht es im Prozess?

Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass zwischen 2004 und 2016 mehrere EU-Abgeordnete aus Le Pens Partei – heute Rassemblement National (RN) – Gelder für angebliche Assistenten kassiert haben sollen. Diese hätten aber zumindest teilweise für die Partei gearbeitet. Le Pen selbst hat die Vorwürfe immer zurückgewiesen. "Ich habe nicht das Gefühl, die geringste Regelwidrigkeit, die geringste Rechtswidrigkeit begangen zu haben", sagte sie im ersten Prozess.

Das Gericht verurteilte sie trotzdem: Zwei Jahre Haft mit elektronischer Fußfessel, zwei Jahre auf Bewährung und eine Geldstrafe von 100.000 Euro. Auch elf weitere Angeklagte und die Partei selbst – die mindestens eine Million Euro zahlen soll – gingen in Berufung.

Was passiert, wenn Le Pen wieder verliert?

Für Le Pen und ihr politisches Lager steht viel auf dem Spiel. Umfragen zeigen, dass viele Franzosen sie oder RN-Chef Jordan Bardella als Kandidaten bevorzugen würden. Sollte Le Pen erneut schuldig gesprochen werden, könnte sie zwar noch Revision einlegen – aber ein endgültiger Entscheid käme wohl zu spät, um noch in den Wahlkampf einzusteigen.

Wer könnte Le Pen ersetzen?

Sollte Le Pen im Berufungsverfahren ihr passives Wahlrecht endgültig verlieren, würde wohl Jordan Bardella für das RN ins Rennen gehen. Der erst 30-jährige Parteichef hat Le Pen in aktuellen Umfragen sogar schon überholt – auch bei den eigenen Anhängern.

Wie will Le Pen sich verteidigen?

Welche Taktik Le Pen im Berufungsprozess fährt, ist noch offen. Vor dem Prozessbeginn gibt sie sich auffallend zurückhaltend. Französische Medien berichten, dass selbst enge Vertraute kaum wissen, wie sie sich verteidigen will. "Marine will das, was sie zu sagen hat, für das Gericht aufheben", zitiert France Télévisions eine Person aus ihrem Umfeld.

Wann fällt das Urteil?

Wann das Urteil im bis 12. Februar angesetzten Prozess verkündet wird, ist noch unklar. Das Berufungsgericht hat aber angekündigt, dass es bis zum Sommer entscheiden will. Dann startet auch schon der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027.

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