Die moldauische Präsidentin Maia Sandu schockt mit klaren Worten zur Zukunft ihres Landes: Bei einem möglichen Referendum würde sie für eine Wiedervereinigung mit Rumänien stimmen.
Im britischen Podcast "The Rest is Politics" erklärte sie, dass die geopolitische Lage Moldau das Überleben als kleiner Staat zunehmend erschwere.
"Wenn es ein Referendum gäbe, würde ich für die Vereinigung mit Rumänien stimmen", so Sandu. "Schauen Sie, was heute um Moldau herum passiert, was in der Welt geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie und souveräner Staat zu überleben und sich gegen Russland zu behaupten."
Die Republik Moldau liegt mit rund 2,4 Millionen Einwohnern zwischen Rumänien und der Ukraine und steht seit Jahren im Fadenkreuz russischer Einflussnahme – von Desinformation bis zu Wahlmanipulation. Sandu führt eine proeuropäische Regierung in Chișinău und setzt sich klar gegen prorussische Kräfte durch.
Historisch gehörte Moldau von 1918 bis 1940 zu Rumänien, bevor die Sowjetunion das Gebiet annektierte. Nach dem Ende des Kalten Krieges erklärte das Land 1991 seine Unabhängigkeit.
Bei einem Referendum 2024 stimmte knapp die Hälfte der Bevölkerung für einen EU-Beitritt, der von russischer Einflussnahme überschattet war. Sandu wurde zudem mit rund 55 Prozent wiedergewählt.
Trotz ihrer persönlichen Haltung betont die Präsidentin: Eine Wiedervereinigung mit Rumänien findet derzeit keine Mehrheit – rund zwei Drittel der Bevölkerung lehnen diesen Schritt ab. Der EU-Beitritt sei aktuell das "realistischere Ziel".