Nach den tödlichen Schüssen auf eine unbewaffnete Autofahrerin bei Protesten gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE in Minnesota haben die Vereinten Nationen eine Untersuchung der Todesumstände gefordert.
Diese Untersuchung müsse rasch erfolgen, unabhängig und transparent gestaltet sein, sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Jeremy Laurence, am Dienstag vor Journalisten in Genf. "Nach internationalem Menschenrecht ist die vorsätzliche Anwendung tödlicher Gewalt nur als letztes Mittel gegen eine Person zulässig, die eine unmittelbare Gefahr für Leben darstellt", fügte Laurence hinzu.
Die vom FBI eingeleiteten Ermittlungen nehme das UN-Menschenrechtsbüro zu Kenntnis. "Wir fordern alle Behörden auf, Maßnahmen zur Entspannung der Lage zu ergreifen und von jeglicher Anstiftung zur Gewalt abzusehen", sagte Laurence weiter.
Am Montag hatte der US-Bundesstaat Minnesota wegen des harten Vorgehens der US-Einwanderungspolizei ICE Klage gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump eingereicht.
Am vergangenen Mittwoch hatte ein ICE-Beamter die 37-jährige unbewaffnete Autofahrerin Renee Good in ihrem Auto mit drei Schüssen getötet. Der Vorfall löste landesweit Proteste auf, allein in Minneapolis gingen am Samstag tausende Menschen auf die Straßen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellt Good seit dem Vorfall als "inländische Terroristin" dar, die von dem Beamten in einem Akt der Selbstverteidigung getötet worden sei, nachdem sie ihn "überfahren" habe.
Diese Darstellung wird von örtlichen Behördenvertretern entschieden zurückgewiesen. Sie betonen unter Verweis auf Videos von dem Vorfall, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten weggesteuert und keinerlei Gefahr für den Mann dargestellt habe.