Nach den tödlichen Schüssen in der polnischen Stadt Krakau hat die Polizei eine weitere grausame Entdeckung gemacht. Im Wohnhaus des mutmaßlichen Täters wurden am Samstagabend drei Leichen gefunden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf neun.
Wie Polens Ministerpräsident Donald Tusk mitteilte, stießen Ermittler in dem Gebäude auf die Leichen von zwei Frauen und einem Mann. Bei den drei Toten soll es sich laut Berichten um die Schwester und Eltern des Schützen handeln.
Zuvor hatte der Täter in der Krakauer Altstadt aus einem Auto heraus das Feuer eröffnet und sechs Menschen getötet. Mindestens 15 weitere Personen wurden verletzt. Laut Krzysztof Kleczar, dem Chef der Woiwodschaft Kleinpolen, befinden sich zwölf davon in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand.
Inzwischen gibt es auch erste Hinweise auf den möglichen Hintergrund der Bluttat. Innenminister Marcin Kierwinski erklärte bei einem Besuch in Krakau, der Schütze sei von "rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesen. Darauf deute "alles" hin. Im Fahrzeug des Mannes entdeckten die Ermittler zudem weitere Waffen.
Polizisten konnten den Verdächtigen schließlich stoppen. Dabei wurde er angeschossen und anschließend verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.
Justizminister Waldemar Zurek bestätigte die Festnahme auf X: "Der Täter wurde verletzt und festgenommen". Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen nun die Hintergründe des Angriffs und sichern Beweise. "Der Staat handelt", versicherte Zurek. Zugleich rief er die Bevölkerung zur Ruhe auf und kündigte eine harte Bestrafung an.