Die Bilder aus der spanischen Exklave Ceuta gingen um die Welt. Am 30. und 31. Juli strömten bis zu 80.000 Menschen von Marokko aus in die Hafenstadt. Laut offiziellen Angaben sollen dabei 91 Menschen gestorben sein. Nun droht einem weiteren spanischen Gebiet eine Migrationskrise.
Die Rede ist von den Kanarischen Inseln. In den vergangenen Tagen kamen dort außergewöhnlich viele Flüchtlinge an – am Freitag sollen es alleine schon über 1000 Menschen gewesen sein. Laut einem Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE folgten am Samstag dann weitere 314 Menschen.
Die Lage auf den Inseln im Atlantik soll dramatisch sein. Demnach sei am Freitag ein Migrant verstorben. Zudem habe es auf den Inseln El Hierro, Gran Canaria und Lanzarote mehrere Rettungseinsätze gegeben. Laut dem Regionalpräsidenten Fernando Clavijo könne der Zustrom die Rekordwerte aus dem Jahr 2024 erreichen.
Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden in den ersten Novembertagen 3261 Migranten vor den Kanaren von Seenotrettungsdiensten gerettet. Der nunmehrige Ansturm hatte bereits erste Konsequenzen ausgelöst.
So rief der Inselrat von El Hierro den sozialen Notstand aus. Auf der Insel leben rund 12.000 Einwohner, in den vergangenen Tagen landeten dort über 8000 Migranten. Gegenüber dem Sender RTVE sagte der Präsident des Inselrats, dass man mehr Ressourcen brauche.
Die kanarischen Inseln sind in den Herbstmonaten oft mit einem Migrantenandrang konfrontiert. In diesem Zeitraum sind die Bedingungen für eine Überfahrt von Westafrika zum spanischen Hoheitsgebiet nämlich günstiger. Dennoch sterben zahlreiche Menschen bei dem Versuch die Inseln in überfüllten Booten zu erreichen.