Ein russischer Raketenangriff legte in Kiew Strom, Wasser und Fernwärme lahm. Dies führte nun zu einem heftigen Streit zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem Bürgermeister der Millionenstadt Vitali Klitschko.
Konkret hatte Selenskyj Klitschko vorgeworfen, die Stadt nicht genug auf die russischen Angriffe vorzubereiten. Demnach seien einige Beschlüsse zur Vorbereitung auf die Heizperiode auf städtischer Ebene nicht umgesetzt worden.
Der Bürgermeister konterte die Vorwürfe und sprach von "Manipulation" und "Lügen". Laut Reuters beschwerte sich Klitschko darüber, dass Selenskyj die Vertreter der Stadt zu seinen Krisenberatungen nicht eingeladen habe. Des Weiteren werde die Genehmigung eines Notfallplans für Kiew durch die Zentralregierung verzögert.
Der Vorwurf, dass sich die Stadt nicht ausreichend vorbereitet habe, sei "widerwärtig" und würde die Arbeit der Helfer herabwürdigen, die ihr eigenes Leben täglich aufs Spiel setzen um "praktisch Unmögliches" zu leisten. Klitschko zweifelt daran, dass Selenskyj über die "reale Situation um die Energieversorgung" Kenntnis hat.
Außerdem betonte der Bürgermeister, dass seine Stadt Teil des ukrainischen Verbundnetzes sei. Es könne nicht an manchen Orten noch Licht brennen, wenn dieses Netz im ganzen Land zerstört werde, so Klitschko.
Bereits seit Jahren ist die Stimmung zwischen dem Bürgermeister und dem ukrainischen Staatschef eisig. Es gab schon in der Vergangenheit gegenseitige Vorwürfe, wonach der jeweils andere seine Zuständigkeiten überschreiten würde. Nun hat dieser Konflikt eine neue Stufe erreicht.