Ein Laib Brot um satte 60 Dollar (rund 51 Euro)! Mit seinem Roggen-Sauerteigbrot sorgte der Grazer Bäcker Martin Auer im September in New York für einen regelrechten Hype. Vor seiner Filiale im angesagten Stadtteil SoHo bildeten sich Warteschlangen, internationale Medien berichteten über das Luxus-Brot. Auch im Netz gingen die Wogen hoch. Eine österreichische Influencerin bezeichnete den Preis sogar als "bodenlos", wie "Heute" berichtete.
Rund zwei Monate nach der Eröffnung hat sich der Wirbel etwas gelegt. Im Interview mit dem "Kurier" zieht Auer jetzt Bilanz. "Der war aus meiner Sicht unverhältnismäßig", sagt der Unternehmer über den Hype. Über die große Aufmerksamkeit freue er sich zwar, die teils gehässigen Kommentare hätten ihm aber vor allem für seine Mitarbeiter leidgetan.
Doch in New York gibt es bereits die nächste Neuigkeit: Auer erweitert sein bisher auf eine einzige Brotsorte beschränktes Sortiment um das "Baby Rye". Dabei handelt es sich um eine kleinere Version seines berühmten Roggenbrotes.
Der Grund ist durchaus praktisch. Der ursprüngliche Laib wiegt rund 1,5 Kilogramm und hält sich besonders lange. Für kleinere Haushalte ist das allerdings nicht unbedingt ideal. "Wenn ich ein Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt bin, werde ich mich nicht die nächsten zehn Tage nur von Rye ernähren", erklärt Auer dem "Kurier".
Das Mini-Brot soll aber noch einen weiteren Vorteil haben: mehr Kruste. Und genau die ist laut Auer entscheidend für den Geschmack. "Beim Baby Rye hat man natürlich mehr davon", so der Bäcker.
In Wien ist das Bio-Baby-Rye bereits um 4,93 Euro pro Laib erhältlich. Wie viel die kleinere Variante in New York kosten wird, verrät Auer vorerst nicht. Weitere Produkte seien jedenfalls nicht mehr geplant.
Der internationale Wirbel hat sich inzwischen auch auf das Geschäft in Österreich ausgewirkt. Besonders in der Wiener Filiale in der Plankengasse tauchen plötzlich zahlreiche Touristen und Influencer auf, die das berühmte Brot probieren wollen.
Der Absatz sei in Wien deutlich gestiegen, in Graz hingegen nur leicht. Dort überwiege vor allem der Stolz über den internationalen Erfolg.
Und Auer hat noch mehr vor: Im Norden Manhattans könnte bald ein weiterer kleiner Standort entstehen. Entsprechende Gespräche laufen bereits. Die Brote sollen dafür täglich angeliefert werden, eine eigene Produktion ist dort nicht geplant.
Trotz des Erfolgs rechnet Auer nicht damit, dass der große Rummel ewig anhält. "Weder haben wir den Hype in der Form erwartet, noch glauben wir, dass er anhält", sagt er. Statt immer größer zu werden, wolle er vor allem eines: die Qualität seiner Brote halten.