Nach der Bluttat in Krakau verdichten sich die Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund. Polens Innenminister Marcin Kierwinski erklärte, der mutmaßliche Schütze sei von "rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesen. In seinem Auto stellten Ermittler weitere Waffen sicher.
Bei dem Angriff am Samstag wurden sechs Menschen getötet und mindestens 15 verletzt. Zwölf von ihnen schweben laut Behörden in kritischem oder lebensgefährlichem Zustand.
Gegen 15 Uhr soll der Mann mit seinem Wagen auf den Großen Ring gefahren sein und wahllos auf Menschen geschossen haben. Laut Augenzeugen trug er einen Helm oder eine Maske, nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP war er militärisch gekleidet.
Die Polizei stoppte den Angreifer mit Schüssen und nahm ihn fest. Der verletzte Pole wurde ins Krankenhaus gebracht. Hinweise auf einen zweiten Täter gibt es laut Polizei nicht.
Zeugen schilderten chaotische Szenen auf dem Marktplatz. Besucher rannten davon oder versteckten sich in Gebäuden. "Wir haben sogar den Schützen gesehen. Wir haben uns in den hinteren Räumlichkeiten versteckt. Das ist alles so plötzlich geschehen", berichtete ein Augenzeuge.
Polens Regierungschef Donald Tusk und Innenminister Kierwinski reisten nach Krakau. Auch international sorgte die Tat für Entsetzen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "schockierenden Verbrechen".