Stadt prüft nun

Greenpeace schlägt Alarm! Asbest auf Wiener Straßen

Nach Funden im Burgenland hat Greenpeace nun auch auf mehreren Wiener Straßen Asbest im Asphalt entdeckt. Die Stadt Wien prüft die Hinweise.
Wien Heute
01.07.2026, 09:38
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Der Asbestskandal rund um belastetes Gestein aus dem Burgenland erreicht offenbar Wien. Greenpeace hat nach eigenen Angaben auf mehreren Straßen in der Bundeshauptstadt sowie im Grenzbereich zu Niederösterreich asbesthaltige Steine im Asphalt entdeckt. Die Umweltschutzorganisation spricht von der "Spitze des Eisbergs" und warnt vor möglichen Gesundheitsrisiken.

Stark befahrene Verkehrsachsen

Gefunden wurden die auffälligen weißen, faserigen Steinchen unter anderem auf der Rosenhügelstraße sowie der Triester Straße an der Grenze zu Niederösterreich. Laut Greenpeace handelt es sich dabei um stark befahrene Verkehrsachsen.

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"Wir haben bei der Vorortbeschau gesehen, dass die Asbeststeine schon sehr abgeschliffen sind. Und jedes Mal, wenn ein Fahrzeug drüberfährt, können sich hier potenziell Asbestfasern freisetzen", so Stefan Stadler, Sprecher des Investigativteams von Greenpeace Österreich.

Acht Straßen betroffen

Neben den beiden Hauptverkehrsstraßen nennt Greenpeace weitere Fundorte in Wien-Liesing: die Wernergasse, Bertegasse, Wastlgasse, Stieglergasse, Anton-Freunschlag-Gasse und Reibergasse.

"Wir befürchten, dass die Asbestbelastung sehr hoch ist", so Stadler. Greenpeace habe zwischen 200 und 500 Asbeststeinchen pro Quadratmeter gezählt. Das entspreche laut der Organisation einem geschätzten Asbestanteil von ein bis fünf Prozent. "Wir glauben, das ist nur die Spitze des Eisbergs, was wir jetzt gefunden haben. Wir glauben, dass die Asphalte in anderen Teilen von Wien auch verwendet wurden", betont Stadler.

Von Labor bestätigt

Verdächtige Steine aus der Rosenhügelstraße und der Stieglergasse wurden laut Greenpeace in einem Labor untersucht. Die Analyse habe nahezu reinen Amphibolasbest ergeben. "Amphibolasbest ist eine sehr gefährliche Asbestfasersorte, noch viel gefährlicher als die Asbestsorten, die in den 80ern verbaut worden sind", erklärt Stadler.

Nach Einschätzung der Umweltorganisation ist der Asbest im Asphalt nur schwach gebunden und vergleichsweise weich. Besonders auf stark befahrenen Straßen könnten dadurch Fasern freigesetzt werden.

Die Asbestfunde von Greenpeace werden nun von der Stadt geprüft.
Greenpeace

Greenpeace fordert rasche Sanierung

Wie der Asbest in den Asphalt gelangt sein könnte, erklärt Greenpeace mit dem verwendeten Schotter. Dieser könnte aus den mittlerweile geschlossenen Asbest-Steinbrüchen im Burgenland stammen.

Die Organisation fordert deshalb rasche Maßnahmen. "Die stark befahrenen Straßen sollte man schnellstmöglich sanieren oder mit einer neuen Schicht überdecken", sagte Stadler. Bei Bauarbeiten auf Nebenstraßen seien jedenfalls entsprechende Schutzmaßnahmen notwendig.

Stadt Wien prüft Hinweise

Die MA 28 bestätigte gegenüber dem ORF Wien, die Hinweise von Greenpeace "selbstverständlich ernst genommen und sorgfältig geprüft" zu haben. Es seien "umgehend umfangreiche Laboruntersuchungen durch eine akkreditierte Prüfanstalt veranlasst" worden, um das Gefährdungspotenzial fachlich beurteilen zu können.

Bereits vor einigen Wochen sei zudem wegen der Asbest-Fälle im Burgenland ein neues Prüfverfahren für Straßenbauprojekte eingeführt worden. Vor Straßenaufbrüchen werde der bestehende Straßenkörper nun auf Asbest untersucht. Auch die Asphaltmischgut-Produzenten seien darüber informiert worden. Die MA 28 betont außerdem: "Bei aktuellen Bauvorhaben der MA 28 kommt kein asbestbelastetes Gesteinsmaterial zum Einsatz."

"Nicht automatisch unmittelbare Gefahr"

Nach Einschätzung der Straßenverwaltung dürfte Material aus den ehemaligen Asbest-Steinbrüchen im Burgenland "lediglich in einem untergeordneten und kleinräumigen Ausmaß erfolgt sein", unter anderem wegen der großen Transportdistanzen.

Zugleich verweist die Stadt darauf: "Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Asbest insbesondere dann ein Gesundheitsrisiko darstellt, wenn Fasern freigesetzt und eingeatmet werden können." Bei intakten Asphaltbelägen müsse nicht automatisch von einer unmittelbaren Gefahr ausgegangen werden.

Grüne: "Stadtregierung war untätig"

Die Grünen Wien fordern nun "sofortige Maßnahmen und eine lückenlose Aufklärung". "Die Wiener:innen müssen Sicherheit haben, dass die Gefahren durch Asbest-Asphalte beseitigt und kein weiteres potenziell belastetes Material auf Wiens Straßen verbaut wird", so Parteivorsitzender Peter Kraus. Gefordert wird ein Plan, wie man die "wiederkehrenden gesundheitsschädlichen Belastungen durch Straßenstäube" systematisch erfassen, überprüfen und beseitigen will.

"Es kann nicht sein, dass erst externe Wissenschaftler:innen und NGOs diese Probleme sichtbar machen, während die Stadtregierung weiterhin untätig bleibt. Es ist allerhöchste Zeit, dass die zuständige Stadträtin Sima hier endlich in die Gänge kommt", so Kraus. Bereits im Mai haben die Grünen die rot-pinke Stadtregierung mittels Antrag aufgefordert, ein systematisches Monitoring solcher Belastungen einzuführen. Die Stadtregierung sei jedoch untätig geblieben, so die Kritik.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 01.07.2026, 09:57, 01.07.2026, 09:38
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