Griechenland zählt zu den beliebtesten Urlaubsländern Europas. Doch der Erfolg bringt Probleme mit sich: Überfüllte Strände, zunehmende Umweltbelastung und überlastete Infrastruktur stellen die Behörden vor große Herausforderungen.
Um dem entgegenzuwirken, hat die Regierung in Athen die Liste der besonders geschützten Strände für 2026 erneut erweitert.
Mit der neuen Regelung ist an 251 Stränden – sogenannten „Apatites Paralies“, also unberührten Stränden – jegliche kommerzielle Nutzung untersagt.
Das bedeutet: Keine Liegestühle, keine Sonnenschirme und keine baulichen Eingriffe, die das ökologische Gleichgewicht stören könnten. Viele dieser Küstenabschnitte liegen in Natura-2000-Schutzgebieten oder gelten als landschaftlich besonders wertvoll.
Wie die "TZ" berichtet, wurde die Maßnahme von den zuständigen Ministern Kyriakos Pierrakakis und Stavros Papastavrou unterzeichnet und betrifft unter anderem Strandabschnitte in Nationalparks auf Korfu, Lefkada und Kreta.
Die Zahl der geschützten Strände ist damit von 238 im Vorjahr auf 251 gestiegen.
Im vergangenen Jahr reisten rund 38 Millionen Menschen nach Griechenland – mehr als das Dreifache der Einwohnerzahl. Besonders auf Inseln wie Rhodos, Santorini und Mykonos bringt das die Versorgungssysteme an ihre Grenzen. Strom, Wasser und Müllentsorgung sind häufig überlastet, Wohnraum für Einheimische wird knapper und die Lebenshaltungskosten steigen spürbar.
Auch kleinere Inseln sind laut einer Studie der Universität der Ägäis zunehmend vom Massentourismus betroffen. Die Bürgermeister der Kykladen und Dodekanes-Inseln forderten deshalb bereits Ende 2025 stärkere Regulierungen für den Tourismus.
Die Regierung in Athen setzt neben dem Küstenschutz auch auf strengere Bauvorschriften und ein mögliches Limit für Hotelbetten auf stark frequentierten Inseln wie Santorini, Mykonos, Rhodos und Kos.
Bereits jetzt geht der Staat konsequenter gegen illegale Bauten vor, wie etwa auf der Insel Gavdos, wo jüngst mehrere Strandhütten abgetragen wurden. Zusätzlichen Druck brachten gesellschaftliche Debatten über geplante Hotelanlagen an sensiblen Stränden.