Griechenland zieht die Notbremse im Tourismus. Die Ministerien für Tourismus sowie für Umwelt und Energie haben am Montag, dem 11. Mai 2026, einen neuen Sonder-Raumordnungsplan vorgestellt, der die touristische Entwicklung des Landes künftig zentral steuern soll. Vor allem auf den Inseln sollen strenge Obergrenzen für Bettenkapazitäten verhindern, dass Orte endgültig unter dem Besucheransturm kollabieren.
Die Regierung reagiert damit auf jahrelange Kritik an ungezügeltem Wachstum, explodierenden Immobilienpreisen und einer Infrastruktur, die vielerorts längst an ihre Grenzen stößt. Besonders in Hotspots wie Santorin, Mykonos oder Paros war zuletzt immer häufiger von Wasserknappheit, Wohnraummangel und überfüllten Häfen die Rede.
Der neue Raumordnungsplan definiert erstmals landesweit verbindliche Kriterien dafür, wo touristische Projekte überhaupt noch genehmigt werden können. Regionen werden nach touristischer Dichte, geografischen Besonderheiten und Schutzstatus eingeteilt. Daraus ergeben sich unterschiedliche Auflagen für Inseln, Küstenregionen, Berggebiete oder kulturell sensible Zonen.
Neue Hotelanlagen und Resorts sollen künftig strengeren Umweltauflagen unterliegen. Auch Mindestflächen für Bauprojekte werden ausgeweitet. Investitionen müssen stärker nachweisen, dass sie mit der sogenannten Tragfähigkeit einer Region vereinbar sind. Küstenabschnitte sollen zudem besser geschützt werden.
Erstmals greift die Regierung auch bei Kurzzeitvermietungen durch. Plattformen wie Airbnb stehen seit Jahren in der Kritik, weil Wohnungen zunehmend an Touristen statt an Einheimische vermietet werden. Mit der Reform sollen nun einheitliche Regeln für das gesamte Land geschaffen werden.
Details dazu wurden zwar noch nicht vollständig präsentiert, aus Regierungskreisen heißt es jedoch, dass Beschränkungen in besonders belasteten Regionen möglich seien. Ziel sei es, den Druck auf den Wohnungsmarkt zu reduzieren und Gemeinden wieder mehr Kontrolle über ihre Entwicklung zu geben.
Umwelt- und Energieminister Stavros Papastavrou sprach von einem "historischen Schritt" für Griechenlands Raumplanung. Der neue Rahmen schließe eine jahrelange gesetzliche Lücke und solle Tourismus, Umwelt- und Naturschutz künftig besser miteinander vereinbaren.