Die Vorstellung klingt nach einem Millionärstraum: eine eigene Insel in Griechenland. Doch ausgerechnet die kleine Insel Makri zeigt, dass selbst mediterrane Sehnsuchtsorte zum Ladenhüter werden können. Jahrelang blieb die Suche nach einem Käufer erfolglos – nun wird der Preis drastisch gesenkt.
Die unbewohnte Insel Makri, Teil der Echinaden westlich des griechischen Festlands, soll im November 2026 versteigert werden, wie die griechische Wochenzeitung "Proto Thema" berichtet. Der angesetzte Startpreis sorgt dabei für Aufsehen: lediglich 247.000 Euro.
Für eine Privatinsel wirkt die Summe beinahe absurd niedrig. Zum Vergleich: Noch vor wenigen Jahren wurde Makri auf spezialisierten Plattformen für Inselverkäufe mit deutlich höheren Summen gehandelt.
Bereits vor vier Jahren tauchte Makri auf der Vermittlungsplattform Private Islands Inc. auf. Auf "Island Seeker" ist die weniger als einen Quadratkilometer große Insel weiterhin gelistet – dort allerdings noch mit dem inzwischen überholten Preis von acht Millionen Euro.
Die Preisentwicklung liest sich wie eine Abwärtsspirale: Im Juli 2022 wurde der Wert der Insel noch mit rund 3,8 Millionen Euro taxiert. Nur wenige Monate später lag der Richtpreis bereits bei 296.000 Euro. Mit dem nun festgesetzten Mindestgebot von 247.000 Euro erreicht Makri ihren bisherigen Tiefstwert.
Der Hauptgrund für den Preisverfall liegt nicht in der Lage der Insel, sondern in ihren strengen Auflagen. Makri gilt als Schutzgebiet, größere Bauprojekte sind dort praktisch ausgeschlossen. Infrastruktur darf nur in sehr begrenztem Umfang errichtet werden.
Damit fällt ein wesentliches Kaufargument für vermögende Interessenten weg: Der Bau exklusiver Resorts oder luxuriöser Ferienanlagen ist kaum möglich. Für Investoren, die auf touristische Verwertung setzen, verliert die Insel dadurch massiv an Attraktivität.
Griechenland zählt – je nach Definition – rund 3.000 Inseln. Nur ein Teil davon ist dauerhaft bewohnt, viele befinden sich seit Generationen in Privatbesitz. Einige wenige gelangen immer wieder auf den Markt.
Rund um den Verkauf solcher Prestigeobjekte hat sich eine eigene Maklerbranche etabliert. Allerdings gehören die meisten Inseln dem griechischen Staat. Wird eine Privatinsel verkauft, besitzt dieser ein Vorkaufsrecht und kann entscheiden, ob sie in staatlichen Besitz übergeht.
Makri befindet sich derzeit im Eigentum eines Privatbesitzers von der Insel Chios. Ob der drastisch reduzierte Preis diesmal einen Käufer anlockt, dürfte sich bei der Auktion im November zeigen.