Kaum steigen die Temperaturen verlässlich über 20 Grad, beginnt vielerorts das große Auspflanzen. Gartencenter verzeichnen Hochbetrieb, Balkonkästen werden bepflanzt, Gemüsegärten neu bestückt. Für viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner markiert die Zeit nach den Eisheiligen traditionell den Startschuss der Gartensaison.
Doch die verbreitete Faustregel "Nach der kalten Sophie ist alles sicher" greift oft zu kurz. Denn auch wenn die Gefahr von Nachtfrost vielerorts sinkt, bedeutet das noch lange nicht, dass empfindliche Pflanzen sofort problemlos ins Freie übersiedeln können.
Wer Tomaten, Zucchini oder Basilikum aus dem Wohnzimmer, Gewächshaus oder Supermarkt direkt ins Beet oder auf den Balkon stellt, erlebt oft eine böse Überraschung: schlaffe Blätter, Wachstumsstopp oder helle Flecken auf den Blättern. Die Ursache ist meist kein Wassermangel – sondern ein Sonnen- und Temperaturschock.
Viele Pflanzen wirken robust, sind aber regelrechte Stubenhocker. Jungpflanzen, die über Wochen geschützt gewachsen sind, kennen weder direkte UV-Strahlung noch Wind oder starke Temperaturschwankungen.
Besonders Tomaten, Paprika, Chili, Gurken und Basilikum reagieren empfindlich. Ihre Blätter können in praller Mittagssonne regelrecht "verbrennen". Sichtbar wird das durch weißliche oder gelbliche Stellen, eingerollte Blätter oder plötzliches Welken.
Gartenfachleute empfehlen deshalb das sogenannte Abhärten – einen Zwischenschritt, den viele auslassen. Das Prinzip ist einfach: Pflanzen sollten sich über mehrere Tage an Außenbedingungen gewöhnen.
Wichtig ist dabei ein windgeschützter Standort. Besonders Balkone in oberen Stockwerken entwickeln oft überraschend starke Luftbewegungen, die junge Pflanzen austrocknen.
Ein zweiter Fehler zeigt sich unmittelbar nach dem Auspflanzen: Entweder wird zu wenig gegossen – oder zu viel. Frisch eingesetzte Pflanzen brauchen zunächst gleichmäßige Feuchtigkeit, allerdings ohne Staunässe. Besonders beliebt ist derzeit das tägliche "Sicherheitsgießen", oft sogar morgens und abends. Das Problem: dauerhaft nasse Erde fördert Wurzelfäule und macht Pflanzen anfälliger.
Die bessere Strategie lautet: seltener, aber durchdringend gießen. Wer den Finger einige Zentimeter tief in die Erde steckt, merkt rasch, ob der Boden tatsächlich trocken ist. Bei Tomaten gilt zudem eine Besonderheit: Die Blätter sollten möglichst trocken bleiben, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Nicht alles muss sofort hinaus. Besonders empfindlich bleiben:
Robuster sind hingegen Salate, Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie sowie viele heimische Blühpflanzen.