Pünktlich zu den Eisheiligen ist das Wetter in Österreich gekippt. Nach frühsommerlichen Temperaturen sorgt ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden seit Dienstag für deutlich kühlere Luft, Schauer und unbeständiges Wetter. In Wien etwa sanken die Temperaturen binnen weniger Tage von bis zu 26 auf nur noch rund 15 Grad.
Für viele Hobbygärtner stellt sich damit wieder dieselbe Frage: Dürfen Tomaten jetzt endlich ins Freie – oder ist das Risiko noch zu groß?
Die aktuelle Wetterlage passt fast perfekt zur bekannten Bauernregel rund um Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "kalte Sophie". Laut GeoSphere Austria bleibt das Wetter bis zum Wochenende wechselhaft und für Mai etwas zu kühl.
Die gute Nachricht: In den meisten bewohnten Regionen Österreichs wird derzeit kein flächendeckender Frost erwartet. Vereinzelt könnte es aber in höheren Tälern sowie im Wald- und Mühlviertel kritisch werden.
Die Eisheiligen gelten seit Jahrhunderten als gefürchteter Zeitpunkt für späte Kälteeinbrüche. Eine aktuelle Auswertung der GeoSphere Austria zeigt allerdings: Genau zwischen 12. und 15. Mai tritt Frost statistisch nicht häufiger auf als zu anderen Zeitpunkten im Mai.
Klimatologe Alexander Orlik erklärt dennoch, warum Vorsicht sinnvoll bleibt: Die Wahrscheinlichkeit für Bodenfrost sinkt im Laufe des Monats deutlich. Während es Anfang Mai vielerorts noch kritisch werden kann, nimmt die Gefahr rund um die Eisheiligen bereits spürbar ab.
Tomaten zählen zu den kälteempfindlichen Pflanzen. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt können bereits Schäden verursachen, vor allem bei jungen Pflanzen. Wer in tieferen Lagen wohnt und die Wetterprognosen verfolgt, kann Tomaten heuer aber vielerorts bereits ins Freie setzen – zumindest mit etwas Vorsicht.
Empfohlen wird, die Pflanzen nachts abzudecken oder bei überraschenden Temperaturstürzen kurzfristig wieder hereinzuholen. Auf Balkonen oder in Innenhöfen ist das Risiko oft geringer als auf offenen Flächen.
Für Hobbygärtner in höher gelegenen Regionen oder klassischen Kaltluftsenken gilt hingegen weiterhin: besser noch ein paar Tage abwarten.