In Österreich leidet rund ein Viertel der Bevölkerung an einer Allergie. Pollen, insbesondere von Gräsern, stellen dabei die Hauptursache dar. Anfang Mai beginnt traditionell die Blüte vieler Gräser, was für Allergiker eine besondere Belastung bedeutet.
Die Blüte der sogenannten Süßgräser erstreckt sich bis in den September. Wiesen-Fuchsschwanzgras, Ruchgras und Wiesen-Rispengras zählen zu den ersten blühenden Arten. Katharina Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien erklärt: "Das heißt, die Gräserpollensaison startet."
MedUni Wien und GeoSphere Austria arbeiten eng zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu erfassen. Während die Pollenfalle der MedUni Wien Proben sammelt, liefert GeoSphere Austria phänologische Daten zu Blühbeginn und Verbreitung der Gräser.
Die Bevölkerung kann mithelfen, indem sie Beobachtungen über die Naturkalender-App oder auf phenowatch.at teilt. Durch diese Rückmeldungen entsteht ein umfassenderes Bild zur Blütezeit einzelner Gräserarten in verschiedenen Regionen. Im vergangenen Jahr wurden weitere relevante Pflanzenarten in die App aufgenommen, um Allergikern gezielter zu helfen.
Phänologische Beobachtungen in Österreich reichen bis ins Jahr 1851 zurück. Die Daten zeigen, dass sich der Blühbeginn des Knäuelgrases durch den Klimawandel deutlich nach vorne verschoben hat. Zwischen 1991 und 2020 begann die Blüte im Schnitt zwei Wochen früher als in den Jahren 1961 bis 1990.
Neben heimischen Gräsern belasten auch invasive Arten wie Hundszahngras und Bluthirse Allergiker. Zusätzlich verlängern Ziergräser in Städten die Pollensaison. Nach dem Sommer sorgt besonders im Seewinkel und entlang der Donau die Schilfblüte für eine weitere Belastung. In höheren Lagen startet die Gräserpollensaison etwa einen Monat später – also oft genau während der Urlaubszeit.
"Gräserpollen lassen sich vom Klimawandel nicht beeindrucken: Die Gesamtpollenmenge bleibt tendenziell stabil", so Katharina Bastl. Allergikerinnen und Allergiker sollten sich daher weiterhin auf eine lange Pollenflugzeit einstellen.