Von wegen, die Jugend hängt nur am Smartphone: "Birding", also Vogelbeobachtung, ist nach dem Schmuckbasteln das am zweitschnellsten wachsende Hobby der Generation Z in Großbritannien. Fast 750.000 der 16- bis 29-Jährigen beobachten dort regelmäßig Vögel.
Vergleichbare Zahlen für Deutschland oder Österreich liegen zwar nicht vor, doch der Trend ist auch im deutschsprachigen Raum spürbar.
Wie utopia.de unter Berufung auf den Guardian und die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sinkt das Durchschnittsalter der Vogelbeobachter deutlich. "Auf jeden Fall sinkt das Alter", sagt Christopher Koenig vom Dachverband Deutscher Avifaunisten.
Der Boom junger Vogelfans begann laut Experten während der COVID-19-Pandemie. Die 18-jährige Cora bestätigt dies: "Ich habe mich generell schon viel für Natur interessiert. Dann habe ich irgendwann ein Fernglas geschenkt bekommen. Dann war Corona und ganz, ganz viel Zeit, um draußen zu sein."
Auch Charlotte, ebenfalls 18, fand während der Pandemie den Weg zum "Birding". Aus Langeweile sei sie mehr rausgegangen und habe so ihr Interesse für Natur und Vögel entdeckt. "Mir macht es Spaß, weil es ein Weg ist, draußen zu sein", sagt sie. Vogelbeobachtung sei außerdem ein guter Ausgleich zum Smartphone.
Was die jungen Birder tun, nützt dem Artenschutz – zumindest als Datenbasis. Viele melden ihre Sichtungen über die Plattform ornitho.at. Die dort eingesendeten Daten fließen in wissenschaftliche Auswertungen ein und helfen, Bestandsveränderungen bei Vogelarten frühzeitig zu erkennen.