Die Eisheiligen machen ihrem Namen heuer alle Ehre. Pünktlich zur bekannten Wetterregel kündigt sich in Österreich ein markanter Temperaturrückgang an. Laut GeoSphere Austria bringt ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden ab Dienstag deutlich kühlere Luft und wechselhaftes Wetter.
Für viele Hobbygärtner stellt sich damit wieder dieselbe Frage wie jedes Jahr: Dürfen Tomaten, Gurken und andere empfindliche Pflanzen jetzt endlich ins Freie – oder droht noch Frost?
Die Wetterumstellung kommt heuer fast bilderbuchartig. Von Montag auf Dienstag wird es in weiten Teilen Österreichs unbeständiger, dazu ziehen immer wieder Schauer durch. In Wien etwa sinken die Temperaturen um rund zehn Grad, kündigt GeoSphere Austria an. Hat es am Sonntag in der Bundeshauptstadt noch bis 26 Grad, fallen die Werte am Dienstag auf bis zu 15 Grad. Die unbeständige Phase dürfte laut Prognose bis zumindest zum darauffolgenden Sonntag (17. Mai) anhalten.
Die gute Nachricht: Trotz der Abkühlung rechnen Meteorologen in den bewohnten Regionen Österreichs nur vereinzelt mit Frost. Betroffen sein könnten vor allem höher gelegene Täler sowie Regionen wie das Waldviertel oder das Mühlviertel.
Die Bauernregel rund um Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "kalte Sophie" hält sich seit Jahrhunderten. Viele Hobbygärtner warten traditionell bis nach dem 15. Mai, bevor sie empfindliche Pflanzen wie Tomaten ins Beet setzen.
Doch ein Blick auf die Daten zeigt ein differenzierteres Bild. Eine Auswertung der GeoSphere Austria über die vergangenen rund 80 Jahre kommt zum Schluss: Gerade zwischen 12. und 15. Mai treten Frostnächte nicht häufiger auf als zu anderen Zeitpunkten im Mai.
„Kaltlufteinbrüche im Mai sind durchaus normal und können gelegentlich auch noch Frost bringen. Aber das kommt zu den Eisheiligen nicht gehäuft vor.“Klimatologe Alexander OrlikGeoSphere Austria.
"Kaltlufteinbrüche im Mai sind durchaus normal und können gelegentlich auch noch Frost bringen. Aber das kommt zu den Eisheiligen nicht gehäuft vor", sagt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria.
Ganz überholt ist die Vorsicht dennoch nicht. Denn die Wahrscheinlichkeit für Bodenfrost nimmt im Laufe des Monats deutlich ab. Besonders im ersten Mai-Drittel kann es vielerorts noch kritisch werden. Zur Zeit der Eisheiligen sinkt das Risiko bereits spürbar.
In Wien oder Salzburg gab es laut GeoSphere Austria im ersten Mai-Drittel zuletzt durchschnittlich nur alle fünf Jahre einen Tag mit Bodenfrost. Im letzten Drittel des Monats liegt die Wahrscheinlichkeit dort bereits nahezu bei null.
In höher gelegenen Regionen sieht die Lage anders aus. Orte wie Lienz oder Irdning verzeichnen auch im Mai noch regelmäßig Frosttage. Wer dort gärtnert, sollte empfindliche Pflanzen weiterhin im Auge behalten oder nachts schützen.
Langfristig zeigt sich zudem ein klarer Trend: Frost im Mai wird seltener. Die Klimaerwärmung der vergangenen Jahrzehnte hat die Wahrscheinlichkeit für späte Kälteeinbrüche deutlich reduziert.
Die Eisheiligen bleiben damit zwar ein fixer Bestandteil des Gartenkalenders – als verlässlicher Frosttermin taugen sie laut Meteorologen aber nur eingeschränkt. Entscheidend ist heute weniger der Name im Kalender als der Blick auf die konkrete Wetterprognose.