Der Bauernkalender mag ja von vielen belächelt werden, aber heuer zeigt man uns ganz klar, dass auch Menschen des Mittelalters durch Geschichten, Überlieferung und Weitergabe der Erfahrung bis heute durchaus recht behalten können. Immerhin haben uns die "Eisheiligen" seit Montag fest im Griff und zeigen uns Auswirkungen von Regen, Wind und Kälte.
Am 15. Mai jedoch ist es auch schon wieder vorbei, denn mit der "kalten Sophie" endet die Periode der Eismänner, oder doch nicht?
Im Volksmund hat die "Sophie" einen nicht sehr schmeichelnden Namen, denn als "G'soachte Sopherl" möchte man schließlich kaum betitelt werden. Hintergrund ist die Bauernregel, die besagt, dass der Regen, den uns die "Kalte Sophie" bringt, weitere 40 Tage anhalten soll. Ein anderes Gedicht macht es noch schlimmer, denn:
„Regnet’s an Sankt Sophie,
wird das ganze Jahr nie hie"
... bedeutet nichts anderes, dass Regen am Tag der "Dame mit Blasenentzündung" eine Voraussage für schlechtes, unbeständiges und nasses Wetter im restlichen Jahr sein soll.
"Sophie" soll von der christlichen Märtyrerin "Sophia von Rom" abgeleitet sein, die im 2. Jahrhundert lebte. Sie soll die Mutter von drei ebenfalls verehrten Töchtern, Fides (Glaube), Spes (Hoffnung), Caritas (Liebe) gewesen sein, die allesamt von Kaiser Hadrian durch ihren christlichen Glauben verfolgt und getötet wurden. "Sophie" soll danach an der Trauer um ihre Kinder selbst gestorben sein.
Den Beinamen "kalte" Sophie erhielt sie erst wesentlich später, weil erst ab ihrem Namenstag, dem 15. Mai, die größte Frostgefahr für die Ernte der Landwirte vorbei war.