Vor genau einem Jahr ging der Stern von Julia Scheib ausgerechnet in Sölden so richtig auf. Die Steirerin triumphierte beim Auftakt der vergangenen Saison im Riesentorlauf. Fünf Weltcupsiege später hatte die ÖSV-Topläuferin die kleine Kristallkugel in ihrer Spezialdisziplin in der Hand.
Das ist eine ganz neue Ausgangsposition für Scheib, die am Samstag mit dem Gletscher-Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner in die neue Saison startet. Scheib ist wieder im engsten Kreis der Favoritinnen, auch wenn echte Standortbestimmungen noch fehlen. Trotzdem zeigte sich die Steirerin "unaufgeregt entspannt", auch wenn sie zugeben musste, dass ihre Stimmung vor einem Jahr "anders" gewesen sei.
"Wir haben noch nicht so viele Vergleiche gehabt. Ich habe aber ein paar Läuferinnen schon fahren gesehen. Die fahren sehr, sehr gut", erklärte Scheib im ORF. "Ich muss da schon echt mein Bestes geben. Die letzte Saison hat gut gepasst und genau das will ich mitnehmen – gerade das Vertrauen in mich", meinte die 28-Jährige.
Scheib ist stets eine ruhige, in sich ruhende Person. Die freilich aber um ihre Stärken weiß. Und diese Stärken führten sie zur Kristallkugel-Gewinnerin. "Ich bin sicher die Gejagte", weiß Scheib um ihre Position als Top-Riesentorläuferin der letzten Saison. Das kümmert die ÖSV-Spitzenläuferin vorerst aber wenig. "Ich will zwei Läufe zeigen, auf die ich stolz bin. Dann wird etwas Gutes herausschauen", schmunzelte Scheib. Durch den Kristallkugel-Triumph habe sich für Scheib selbst nur wenig geändert. Es sei "für mich selbst ein schöner Erfolg" gewesen, weil "ich zeigen hab können, was in mir steckt. Der Rest ist für mich jetzt wirklich anders", so die 28-Jährige.
Doch wo genau Scheib steht, bleibt auch für die Steirerin vorerst ein Rätsel. "Am Samstag werden wir mehr wissen."