Rekord in Europa

Größter Fund bisher: Riesiger Schatz aus Donau geborgen

Archäologische Sensation in Oberösterreich:In der Donau wurden mindestens 500 Eisenbarren aus der La-Tène-Zeit entdeckt.
Österreich Heute
27.09.2026, 16:38
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Bei Kiesabbauarbeiten in Deinham in Oberösterreich kam 2019 ein ungewöhnlicher Fund ans Licht. Zwischen dem Material lagen zahlreiche doppelspitzige Eisenobjekte. Was auf den ersten Blick wenig spektakulär wirkte, entpuppte sich nach jahrelangen Untersuchungen als riesiger Schatz aus der Eisenzeit.

Archäologen rund um Peter Trebsche von der Universität Innsbruck konnten nun nachweisen: Bei den Objekten handelt es sich um Eisenbarren aus der La-Tène-Zeit. Mit mindestens 500 Halbfabrikaten und einem Gesamtgewicht von mehr als einer Tonne ist es der bislang größte bekannte Massenfund dieser Art in Europa. Die Ergebnisse wurden im britischen Fachjournal "Antiquity" veröffentlicht.

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Genug Eisen für rund 500 Schwerter

Die Menge ist enorm: Aus den Barren hätte Eisen für ungefähr 500 Schwerter mit einem durchschnittlichen Gewicht von 1,5 bis 2 Kilogramm gewonnen werden können.

"Es grenzt an ein kleines Wunder, dass dieser außergewöhnliche Fund nicht bei Schrotthändlern gelandet ist, sondern dem österreichischen Bundesdenkmalamt gemeldet wurde", sagt der Hauptautor der Studie, Univ.-Prof. Peter Trebsche von der Universität Innsbruck. "Ich bin dankbar, dass die Finder sich entschlossen haben, ihn einer öffentlichen Museumssammlung zu übergeben."

Die Entdeckung ermöglicht den Forschern einen seltenen Einblick in die Eisenproduktion und den Handel während der La-Tène-Zeit, die von der Mitte des 5. bis zum 1. Jahrhundert vor Christus dauerte.

Forscher vermuten Schiffsunglück

Wie die gewaltige Menge Eisen nach Deinham gelangte, ist nicht endgültig geklärt. Die Forscher vermuten allerdings, dass die Barren auf der Donau flussabwärts transportiert wurden und bei einem Schiffsunglück verloren gingen.

"Das unterstreicht die leistungsfähigen, gut organisierten Möglichkeiten der Binnenschifffahrt in den mitteleuropäischen Gesellschaften der späten Urgeschichte", verdeutlicht Trebsche.

Wahrscheinlich wurden die Barren in Bayern hergestellt. In der Nähe mehrerer großer befestigter Siedlungen der Eisenzeit, sogenannter Oppida, sind Produktionsstätten nachgewiesen. Wohin die wertvolle Ladung eigentlich unterwegs war, bleibt unbekannt.

Eine Tonne Eisen mit enormem Wert

Für die Menschen der damaligen Zeit war die Ladung offenbar von erheblichem Wert. "Selbst wenn man Materialverluste bei der Verarbeitung berücksichtigt, hätte das Eisen aus Deinham ausgereicht, um eine große Gruppe von Kriegern mit Waffen auszustatten." Der Wert der Ladung muss also immens gewesen sein.

Zum Vergleich: Aus der La-Tène-Zeit sind auch große Goldmünzschätze bekannt. Im bayerischen Oppidum Manching wurden etwa 443 Münzen mit insgesamt 3,7 Kilogramm Gold gefunden. Der Wert dieses Goldes könnte durchaus dem einer Tonne Eisen entsprochen haben.

Wichtige Erkenntnisse

Für die Forscher zeigt der Fund damit auch, welche Dimensionen Eisenproduktion und Handel in der späten Eisenzeit erreicht hatten

"Es ist beeindruckend, dass eine so große Menge Eisen auf einmal transportiert wurde und in der späten Eisenzeit in einer einzigen Tausch- oder Handelsaktion verfügbar war", so Trebsche abschließend. "Dieser Fund belegt die erheblich gesteigerten Kapazitäten der Eisenproduktion, die im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. im Donauraum erreicht wurden."

red,27.09.2026, 16:38
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