Kaum waren die fehlenden Kreuze in den Welser Klassenzimmern ersetzt, gibt es schon wieder Schwund. Seit Beginn des neuen Schuljahres sollen erneut 50 Kreuze verschwunden sein. Warum das passiert, ist auch für Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) ein Rätsel.
"Wir rätseln selber, warum das so ist. Ich glaube auch nicht, dass es nur an Schülern liegt", sagt Rabl gegenüber der "Kronen Zeitung". Der Bürgermeister berichtet in der Tageszeitung zudem von einer Lehrerin, die ihm gesagt habe, "dass sie kein Kreuz in ihrer Klasse hängen haben will".
Ausgangspunkt für die Kontrollen waren Beschwerden von Eltern. Daraufhin wurde während der Sommerferien in den Volks-, Mittel-, Sonderschulen und Polytechnischen Schulen überprüft, ob die vorgesehenen Kreuze vorhanden sind, heißt es in dem Bericht.
Das Ergebnis fiel deutlich aus: Von insgesamt 238 kontrollierten Klassenräumen fehlten in 117 die Kreuze. In manchen Schulen war kein einziges vorhanden, während andere vollständig ausgestattet waren.
Die fehlenden Kreuze wurden daraufhin ersetzt. Doch seit dem Schulstart sind laut den Angaben bereits wieder 50 verschwunden.
Bei der Kontrolle wurde nicht nur auf Kreuze geachtet. Überprüft wurden auch Bundes- und Landeswappen sowie die vorgesehenen Bilder des Bundespräsidenten und des Landeshauptmanns.
Dabei fehlten in den Klassenzimmern 187 Bundeswappen und 192 Landeswappen. Zusätzlich waren fünf Bilder des Bundespräsidenten und sechs Bilder des Landeshauptmanns nicht vorhanden, heißt es weiter.
Auch hier gab es große Unterschiede zwischen den Schulen: Während manche vollständig ausgestattet waren, fehlten in anderen sämtliche überprüften Bilder und Wappen.
Anders stellt sich die Situation laut den Angaben in Linz dar. Zu Beginn des Schuljahres 2026/27 musste dort kein Ersatz für Kreuze, Bundes- oder Landeswappen sowie Bilder des Bundespräsidenten oder des Landeshauptmanns beschafft werden.
Die 57 öffentlichen Pflichtschulen mit insgesamt 621 Klassen würden regelmäßig von den Schulwarten kontrolliert und seien entsprechend ausgestattet, berichtet die "Kronen Zeitung".
Im Vorjahr registrierte die Polizei laut "Krone" österreichweit 6.751 sogenannte "vorurteilsmotivierte Straftaten". Religiöse Feindlichkeit war nach "Weltanschauung" und "Nationaler oder ethnischer Herkunft" das dritthäufigste Motiv. Insgesamt wurden 696 Vorurteilsmotive im Bereich Religionsfeindlichkeit dokumentiert.
264 Motive beziehungsweise 38 Prozent entfielen auf Muslimfeindlichkeit, 247 Fälle oder 35 Prozent auf Antisemitismus. Bei Christenfeindlichkeit wurden 133 Motive registriert. Das entspricht einem Anstieg um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Anteil von rund 19 Prozent innerhalb der religiösen Kategorie.
Von 21 dokumentierten antireligiösen Vorfällen an Kirchen, Friedhöfen und Denkmälern waren zwölf christenfeindlich motiviert. Meist handelte es sich dabei um schwere Sachbeschädigungen, berichtet die Tageszeitung.
Bei den Tatverdächtigen im Bereich Christenfeindlichkeit fielen besonders Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren auf. 27 Tatverdächtige gehörten dieser Altersgruppe an. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen hatte keine österreichische Staatsbürgerschaft.
Warum in Wels nun erneut Dutzende Kreuze fehlen, bleibt vorerst ungeklärt.