Laut Paragraf 55 des Oö. Pflichtschulorganisationsgesetzes haben in Klassenräumen von Volksschulen, Mittelschulen, Sonderschulen, polytechnischen Schulen und Berufsschulen Kreuze zu hängen. Diesbezüglich sorgte zuletzt eine Kontrolle in Wels für Aufregung.
Diese zeigte nämlich, dass die Realität in manchen Klassenzimmern ganz anders aussieht. So wurden 238 Räume kontrolliert, in 117 davon fehlte das Kreuz. Somit war beinahe jeder zweite Klassenraum betroffen. Als Reaktion forderte der Linzer FPÖ-Stadtrat Michael Raml Eltern von Pflichtschülern in der Landeshauptstadt dazu auf, fehlende Kreuze zu melden.
Der Wirbel um das Thema hat nun auch den oberösterreichischen Integrations-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) erreicht. Für ihn ist klar: "Das Kreuz gehört in Oberösterreichs Klassenzimmer." Dörfel sprach diesbezüglich von einer Frage des Respekts vor "gesetzlichen Vorgaben" und "kulturellen Grundlagen unseres Zusammenlebens".
Das Kreuz in den Klassenzimmern sei für den Landesrat "nicht verhandelbar". Laut Dörfel habe der christliche Glaube Oberösterreich und das Zusammenleben "über Jahrhunderte geprägt". Viele Werte, die heute selbstverständlich seien, hätten darin ihre Wurzeln.
Der ÖVP-Politiker erwarte sich, dass die geltenden gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. "Unsere Sprache, unsere Traditionen, unser Brauchtum und unsere Heimatverbundenheit sind Teil unserer Identität", stellt Dörfel klar. Diese Werte müssten gepflegt, gelebt und an die nächsten Generationen weitergegeben werden.
Dörfel zufolge würde die gesetzliche Vorgabe auch im Einklang mit dem Grundgedanken der OÖ Hausordnung stehen. Diese definiere 13 zentrale Regeln für das Zusammenleben in dem Bundesland. Der Landesrat weist darauf hin, dass dazu auch der Grundsatz zähle, dass "unsere Kultur" Respekt verdiene. Wer hier leben will, müsse sich daran halten.