"Sie war so eine liebe Frau", so eine Nachbarin zu "Heute". Auch sonst können Anrainer beim "Heute"-Lokalaugenschein in der 7.500-Einwohner-Gemeinde im südlichen NÖ nur Gutes über das Opfer erzählen.
"Es ist unfassbar, was hier passiert ist", sagt ein weiterer Anrainer am Donnerstagnachmittag, 21. Mai, in Kottingbrunn (Bezirk Baden).
Zu Christi Himmelfahrt hatten die Eltern des Opfers ihre Tochter leblos aufgefunden. Die Angehörigen hatten sich Sorgen gemacht, da die 28-Jährige nicht erreichbar gewesen war.
Zurück aus dem Urlaub öffneten sie mit einem Zweitschlüssel die Tür zur Wohnung in dem Mehrparteienhaus, das wenige Meter Luftlinie vom Rotkreuz-Stützpunkt steht. Hier fanden sie die 28-Jährige leblos auf. Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod der jungen Frau feststellen.
Erst vermuteten Ermittler, dass sich womöglich um einen Sturz gehandelt hatte, die Staatsanwaltschaft ließ eine Obduktion durchführen, die die kriminaltechnische Wende brachte.
Todesursache: Drei Kopfschüsse mit einer sehr kleinkalibrigen Waffe.
Gewalt an Frauen: Hier finden Sie Hilfe
Frauenhelpline Tel.: 0800 / 222 555
Polizei Tel.: 133
Helpchat: haltdergewalt.at
Österreichische Gewaltschutzzentren Tel.: 0800 / 700 217
Schnell kam das Landeskriminalamt einem Verdächtigen auf die Schliche – ein 27-Jähriger aus der Steiermark, den die Frau über Facebook kennengelernt haben soll. Es dürfte sich eine kurze Beziehung entwickelt haben.
Bis es zum Streit kam und der Verdächtige, laut "Kurier" im Baugewerbe beschäftigt, aus gekränktem Stolz eine seiner Waffen, eine Kleinkaliber-Pistole, holte und die Frau getötet haben soll. Laut seinem Anwalt Manfred Arbacher-Stöger habe der Verdächtige die Tat in seiner Einvernahme bereits gestanden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Am Mittwoch war der Verdächtige am Weg von Niederösterreich in die Steiermark, nach dem Besuch eines Mostheurigen wurde er auf der Autobahn mit seinem Motorrad gestoppt und festgenommen, er sitzt in Haft.
"Es ist traurige Gewissheit, dass wir in Österreich erneut das Leben von zwei Frauen beklagen müssen, die durch den Einsatz von Schusswaffen getötet wurden. Wir müssen noch konsequenter handeln", teilte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner via Facebook mit. Auch die nö. Grünen-Chefin Helga Krismer zeigte sich betroffen: "Der Femizid in Kottingbrunn macht betroffen und nachdenklich."