Sportschütze in Rage

Sie kannten sich über Facebook, dann fielen die Schüsse

Bestürzung nach der Bluttat in Kottingbrunn: Ein Steirer (27) soll aus gekränktem Stolz eine 28-Jährige getötet haben – jetzt sitzt er in Haft.
Erich Wessely
21.05.2026, 17:53
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Die Bluttat erschüttert die nö. Gemeinde Kottingbrunn, 30 Kilometer südlich von Wien: Wie berichtet, hatten sich die Eltern Sorgen gemacht, sperrten zu Christi Himmelfahrt mit einem Zweitschlüssel die Wohnung ihrer Tochter im Mehrparteienhaus auf, fanden schließlich die 28-Jährige tot auf.

Die Wunde am Kopf deutete zunächst auf einen Sturz hin, die Obduktion brachte die Wende: Drei Kopfschüsse! Weil es sich bei der Tatwaffe um eine Kleinkaliber-Pistole (Kaliber 22) handelte, war der Schusskanal zunächst nicht erkennbar gewesen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Das Landeskriminalamt NÖ übernahm die Ermittlungen, ins Visier geriet rasch ein 27-jähriger Sportschütze aus der Steiermark. Beamte konnten den Verdächtigen auf der Autobahn, als er von einem Heurigen mit seinem Motorrad zurück in seine Heimat war, festnehmen.

Auf Facebook kennengelernt

Der Verdächtige und das Opfer, eine Sekretärin in einer Wiener Schule und FH-Studentin, hatten sich über Facebook kennengelernt, dürften eine kurze Beziehung miteinander geführt haben.

Hier finden Sie Hilfe

Frauenhelpline Tel.: 0800 / 222 555

Polizei Tel.: 133

Helpchat: haltdergewalt.at

Österreichische Gewaltschutzzentren Tel.: 0800 / 700 217

Verdächtiger geständig

Bis ein Streit völlig eskalierte. Der Verdächtige soll eine seiner Waffen geholt und die junge Frau "aus Kränkung" getötet haben, wie er in seiner Einvernahme angab. Laut seinem Anwalt Manfred Arbacher-Stöger zeigt sich der Verdächtige geständig. Für den 27-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

"Es ist traurige Gewissheit"

Die Bestürzung ist groß, auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner meldete sich via Facebook zu Wort: "Es ist traurige Gewissheit, dass wir in Österreich erneut das Leben von zwei Frauen beklagen müssen, die durch den Einsatz von Schusswaffen getötet wurden. Wir müssen noch konsequenter handeln."

Ministerin: "Wir alle sind gefordert"

Und weiter: "Mit der Reform des Waffengesetzes haben wir bereits ein vorläufiges Waffenverbot bei Gewalt im familiären Umfeld durchgesetzt, diese Regelungen müssen weiterentwickelt werden. Doch Gesetze allein reichen nicht: Der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir alle sind gefordert, achtsam zu sein, Betroffene zu unterstützen und Gewalt gegen Frauen entschlossen entgegenzutreten."

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