Der dänische Fußball trauert um einen seiner erfolgreichsten Nationaltrainer. Bo Johansson, der die Nationalmannschaft zwischen 1996 und 2000 betreute und bei der WM 1998 bis ins Viertelfinale führte, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Das berichtet der dänische Fernsehsender TV2 unter Berufung auf die Familie des Schweden.
Unter dem Spitznamen "Bosse" wurde Johansson zu einer prägenden Figur des dänischen Fußballs. Der Schwede übernahm die Nationalmannschaft 1996 und führte sie sowohl zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich als auch zur Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden.
Seinen größten Erfolg als Nationaltrainer feierte Johansson bei der WM 1998. Mit den Dänen erreichte er das Viertelfinale, wo erst gegen den späteren Finalisten Brasilien Endstation war. Bis heute ist es die beste WM-Platzierung in der Geschichte des dänischen Nationalteams.
Nach Bekanntwerden seines Todes würdigte der dänische Fußballverband DBU den ehemaligen Teamchef. Besonders emotional äußerte sich Fußballdirektor Peter Møller, der selbst unter Johansson gespielt hatte.
Johansson sei "weit mehr als nur ein kompetenter Fußballtrainer" gewesen, erklärte Møller gegenüber TV2.
"Er war ein herzlicher, sympathischer und anständiger Mensch, der durch seine positive Lebenseinstellung, seinen Humor und seine tiefe Menschlichkeit den dänischen Fußball auf ganz besondere Weise geprägt hat."
Zudem habe der Schwede eine besondere Fähigkeit besessen, seine Mannschaft zu motivieren. Er "besaß die besondere Gabe, uns Spielern den Glauben an uns selbst und aneinander zu vermitteln".
Auch auf Vereinsebene hinterließ Johansson seine Spuren. Im Laufe seiner langen Trainerkarriere arbeitete er bei mehreren Klubs in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark und Griechenland.
Mit Silkeborg IF holte er 1994 den dänischen Meistertitel. In seiner schwedischen Heimat führte er Öster IF gleich zweimal zur Meisterschaft. Bis Ende 2010 blieb der ehemalige Fußballprofi dem Trainergeschäft treu. Seine letzte Station war der schwedische Klub Åtvidabergs FF, bei dem er als Co-Trainer tätig war.