Der ehemalige Google-Manager Tom Siegel hat vor den Gefahren künstlicher Intelligenz (KI) für Kinder gewarnt und eine Verlangsamung der Entwicklung gefordert.
Die Technologiebranche wiederhole die Fehler aus der Ära der sozialen Netzwerke und richte bei Minderjährigen möglicherweise noch größeren Schaden an, sagte der frühere Vizepräsident für Nutzersicherheit bei Google der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Risiken reichten von Suizid und Psychosen bis zu einer Abnahme des kritischen Denkens. Siegel, der diese Woche die Leitung des neu gegründeten Youth AI Safety Institute der Kinderschutzorganisation Common Sense Media übernahm, forderte sofortige Schutzmaßnahmen.
Laut Siegel sollten Anthropic und OpenAI strengere Altersüberprüfungen für ihre Chatbots durchsetzen. Seinem früheren Arbeitgeber Google legte er nahe, eine Funktion zum einfachen Abschalten der KI-Übersichten in der Suchmaschine zu integrieren. Zwar könnten solche Schritte kurzfristig Gewinne beeinträchtigen, doch drohten untätigen Firmen Klagen und Regulierungen, warnte Siegel.
Berichte über (mögliche) Suizide können bei Personen, die sich in einer Krise befinden, die Situation verschlimmern. Österreichweit und in den Bundesländern gibt es Anlaufstellen, die Rat und Unterstützung im Krisenfall anbieten.
Die österreichweite Telefonseelsorge ist ebenfalls jederzeit unter 142 gratis zu erreichen. Hilfe für Jugendliche und junge Erwachsene bietet auch Rat auf Draht unter der Nummer 147.