Gefahr beim Notgroschen

Bargeld daheim – Nur so viel ist wirklich abgesichert

Ein kleiner Bargeldvorrat kann bei einem Blackout oder im Fall der Fälle helfen. Die größere Notreserve sollte aber nicht in der Wohnung liegen.
Digital  Heute
27.09.2026, 18:57
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Stromausfall, Spontannotfall oder überraschende, unumgängliche Sofortanschaffung: Wenn Bankomaten und Kartenzahlung nicht funktionieren oder die Zeit zum Abheben vom Konto nicht mehr reicht, wird Bargeld plötzlich wichtig. Trotzdem ist es keine gute Idee, den gesamten Notgroschen zu Hause aufzubewahren. Dort ist das Geld Risiken wie Einbruch, Feuer oder Wasserschäden ausgesetzt. Sinnvoll ist daher, einen kleinen Betrag griffbereit zu halten und die größere finanzielle Reserve getrennt davon zu verwahren.

Was kaum jemand weiß: Nur ein Bruchteil eines daheim aufbewahrten Geldbetrags ist abgesichert, sollte das Geld gestohlen werden, verloren gehen oder durch Umstände wie einen Brand zerstört werden. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) empfiehlt für die Krisenvorsorge 100 Euro pro Familienmitglied in kleinen Stückelungen. Das Geld soll an einem sicheren Ort aufbewahrt werden und im Fall einer Störung des Zahlungsverkehrs zur Verfügung stehen. Die Empfehlung ist als Orientierung gedacht, nicht als starre Vorgabe.

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Der eigentliche Notgroschen gehört aufs Konto

Die Bargeldreserve für den Krisenfall ist nicht dasselbe wie der Notgroschen für unerwartete Ausgaben. Eine Autoreparatur, eine kaputte Waschmaschine oder ein vorübergehender Einkommensausfall können deutlich mehr kosten. Als verbreiteter Richtwert gelten dafür drei bis sechs monatliche Nettogehälter. Wie hoch die persönliche Reserve sein sollte, hängt unter anderem von den laufenden Fixkosten und der beruflichen Situation ab.

Für diesen größeren Betrag bietet sich ein täglich verfügbares Sparkonto an. In Österreich sind Einlagen bei einer Bank grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich gesichert. Die Entschädigung erfolgt im Sicherungsfall innerhalb von sieben Arbeitstagen. Das ist allerdings kein Schutz vor kurzfristigen technischen Störungen: Bei einem großflächigen Strom- oder IT-Ausfall kann der Zugriff auf Kontoguthaben vorübergehend erschwert sein.

Versicherung deckt Bargeld oft nur begrenzt

Wer Bargeld in der Wohnung lagert, sollte auch die Bedingungen der Haushaltsversicherung prüfen. Welche Summe bei einem Diebstahl ersetzt wird, hängt vom konkreten Vertrag und den Sicherheitsvorkehrungen ab. Meist sind es aber nur 1.000 bis maximal 3.000 Euro, die von einer Haushaltsversicherung abgedeckt werden, wenn das Geld "lose" im Zuhause lagert. Im Zweifel lohnt es sich, direkt beim Versicherer nachzufragen, welche Entschädigungsgrenze gilt und ob für höhere Beträge ein versperrter oder zertifizierter Tresor vorgeschrieben ist.

Ein Tresor sollte fachgerecht montiert und gegen Wegtragen gesichert sein. Auch hier zählt der Vertrag: Nicht jeder Safe erfüllt automatisch die Anforderungen der Versicherung und je nach Vertrag können höhere oder niedrigere Geldbeträge abgedeckt sein. Ein vermeintlich kreatives Versteck ist übrigens keine verlässliche Alternative. Klassische Plätze wie Matratzen, Kleiderschränke oder Dosen in der Küche sind für Einbrecher leicht zu durchsuchen.

Kleine Scheine und Münzen bereithalten

Für die Krisenreserve empfiehlt sich eine Mischung aus kleinen Banknoten und Münzen. Damit lässt sich auch dann bezahlen, wenn ein Geschäft nicht auf große Scheine herausgeben kann. Der Betrag sollte so gewählt sein, dass er für notwendige Einkäufe in den ersten Tagen reicht, ohne dass größere Summen unnötig in der Wohnung liegen.

Die Aufteilung ist damit einfach: Ein überschaubarer Bargeldbetrag für akute Störungen bleibt zu Hause, die eigentliche Notreserve liegt auf einem Konto, auf das du im Alltag zugreifen kannst. So lassen sich die Risiken einer Bargeldlagerung begrenzen, ohne im Krisenfall ganz ohne Zahlungsmittel dazustehen.

red,27.09.2026, 18:57