Seit drei Jahrzehnten bietet das Caritas Haus Franciscus in der Invalidensiedlung in der Hartriegelgasse (Wien-Donaustadt) Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit intellektueller oder mehrfacher Behinderung. Nun wurde die umfassend modernisierte Einrichtung nun offiziell wiedereröffnet.
Gleichzeitig wird das 30-jährige Bestehen des Hauses gefeiert: "Das Haus steht seit drei Jahrzehnten für die Begleitung von Menschen mit Behinderung auf ihrem ganz persönlichen Lebensweg. Die umfassende Sanierung ist für uns weit mehr als eine bauliche Erneuerung: Sie schafft einen Ort, an dem Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten, Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen. Unser Ziel ist es, Teilhabe und Lebensqualität bestmöglich zu fördern", betont Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner.
In zwei Wohngemeinschaften leben insgesamt 25 Menschen. Dafür stehen 19 Einzel- und zwei Doppelzimmer zur Verfügung. Die Bewohner sollen dort ihren Alltag gemeinsam gestalten können, gleichzeitig aber ausreichend Möglichkeiten für Privatsphäre und Rückzug haben.
Hinzu kommt die Tagesbetreuung für 30 Teilnehmer. Angeboten werden eine aktive, eine kreative und eine basale Gruppe. Die Angebote richten sich dabei nach den jeweiligen Fähigkeiten und dem individuellen Unterstützungsbedarf.
"Eine soziale Stadt zeigt sich daran, ob alle Menschen ihren Platz in ihr haben. Menschen mit Behinderung sollen in Wien nicht nur gut betreut werden, sondern ihr Leben möglichst selbstbestimmt gestalten können. Mit Wahlmöglichkeiten, mit Privatsphäre und als selbstverständlicher Teil ihrer Nachbarschaft", erklärte Gemeinderätin Stefanie Vasold in Vertretung von Sozialstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ).
Gefördert wird das Haus Franciscus vom Fonds Soziales Wien (FSW), der sich auch an der Sanierung beteiligte. "Inklusion und Teilhabe brauchen eine starke soziale Infrastruktur. Die Modernisierung des Hauses zeigt unser klares Commitment für eine hochqualitative Betreuung und bedarfsgerechte Unterstützung für Menschen mit Behinderung in dieser Stadt. Wir freuen uns, dass das durch die Wiedereröffnung für rund 50 FSW-Kund*innen am Standort in der Donaustadt wieder möglich ist", sagt FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler.
Für Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) ist die Einrichtung mittlerweile fest im Bezirk verankert: "Als Bezirksvorsteher freue ich mich ganz besonders, dass eine so wichtige Einrichtung wie das Caritas Haus Franciscus bei uns in der Donaustadt ist. Seit nunmehr drei Jahrzehnten im Bezirk ist das Haus eine echte Institution, die wertvolle Arbeit mit und für Menschen leistet."
Bei der Generalsanierung wurde nicht nur der Wohn- und Betreuungsbereich modernisiert. Auch energetisch wurde das Gebäude aufgerüstet. Zum Einsatz kommen nun moderne Grundwasser-Wärmepumpen. Das Gebäude wurde thermisch saniert und erhielt einen neuen Sonnenschutz sowie eine Photovoltaik-Anlage. Dadurch sollen der Energieverbrauch und die laufenden Kosten reduziert werden.
Der Umbau wurde über die Förderschiene "Klimafitte Gebäude für Schutzbedürftige" mit Mitteln der Europäischen Union aus NextGenerationEU unterstützt. "Mit der Generalsanierung verbinden wir soziale Verantwortung mit ökologischem Handeln und schaffen zeitgemäße Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Schwertner.