Grüne Lügen: Dem Greenwashing auf der Spur

Greenpeace-Aktivisten am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle (CDG), nördlich von Paris, prangern das Greenwashing im Flugverkehr an.
Greenpeace-Aktivisten am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle (CDG), nördlich von Paris, prangern das Greenwashing im Flugverkehr an.ALAIN JOCARD / AFP / picturedesk.com
Green is the new black. Klimaschutz ist en vogue. Aber nicht alles, wo "öko" draufsteht, ist auch wirklich umweltfreundlich. 

Große Autofirmen machen in ihrer Werbung mit Klimademo-Sprüchen auf die globale Klimakrise aufmerksam und geben dem Kunden so ein wohliges Gefühl, dass ja eh was geschieht in Sachen Klimaschutz. Man könne sich also entspannt zurücklehnen. Ein heimischer Energieversorger lockt seine Kunden mit "klimaneutralem Gas", ein weiterer klassischer Öko-Schmäh, denn fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas heizen den Klimawandel an und können niemals "klimaneutral" sein.

Beim Tanken von Benzin und Diesel kann man neuerdings sogar für Klimaschutz spenden. Mit einem kleinen Beitrag von einem Cent könne man Großes bewirken lautet das neueste Greenwashing-Versprechen aus der Branche, denn für "nicht vermiedene CO2-Emissionen" würden die Tankstellen einen CO2-Ausgleich anbieten.

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In Zeiten der Erderhitzung versprechen einem Unternehmen das Grüne vom Himmel. Der Vielfalt der Täuschung sind dabei keine Grenzen gesetzt. "Greenwashing ist ein richtiger Klimakiller", sagt Florian Schlederer, Autor des Bestsellers "Ändert sich nichts, ändert sich alles", gemeinsam verfasst mit Katharina Rogenhofer.

Dem Öko-Schmäh auf der Spur

Der Verein für Konsumentinformation (VKI) sammelt Fälle von Greenwashing und veröffentlicht sie auf seiner Homepage. Der "Greenwashing-Check" des VKI informiert über dreiste Werbeversprechen und entlarvt grüne Lügen. Der Nachhaltigkeitsexperte des VKI, Raphael Fink, rät bei vagen Formulierungen wie "grün", "nachhaltig" oder "klimaneutral" den Konsumenten ganz grundsätzlich zur Skepsis.

Außerdem sei es ratsam, beim Kauf von Produkten mit vagen Werbeversprechen immer auch auf das Kerngeschäft der Unternehmen zu schauen. "Wenn zum Beispiel das Hauptgeschäft des Unternehmens die Förderung sowie der Verkauf von Erdöl ist, dann kann auch mit einem Cent an der Tankstelle die Welt nicht gerettet werden", sagt Fink.

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