"Grüner Pass" in der Hotellerie nicht praxistauglich

Der "Grüne Pass" ist endlich da.
Der "Grüne Pass" ist endlich da.HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
Endlich ist der "Grüne Pass" da. Doch die heimische Tourismusbranche kann dem nicht viel abgewinnen. Der QR-Code sei "nicht relevant".

Lange haben wir darauf gewartet und die Freude hätte Mitte Juni nicht größer sein können: Endlich ist der "Grüne Pass" da. Den QR-Code kurz mit einem Smartphone oder Tablet herunterlesen und schon erscheint ein grünes oder rotes Häkchen. So einfach soll der 3-G-Nachweis sein - zumindest bei Auslandsreisen. In der heimischen Hotellerie sieht dies anders aus. "Der 'Grüne Pass' ist in erster Linie für die Ein- und Ausreise gedacht, nicht für einen Hotel- oder Restaurantbesuch", erklärt Johann Spreitzhofer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Steiermark, im "Heute"-Gespräch.

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Das Einscannen des QR-Codes sei in diesen Bereichen nicht praktikabel und auch nicht notwendig. "Die Mitarbeiter müssten mit ihrem eignen Handyherumlaufen und das ist bei uns ausdrücklich nicht gewünscht. Private Nachrichten und Anrufe würden sie nur von der Arbeit ablenken", stellt der Hotel-Besitzer klar.

Viel zu kompliziert

Außerdem sei der QR-Code auch gar nicht relevant. "Die 3-G-Regel hat in der Praxis bisher sehr gut funktioniert, dafür reicht der digital Impfpass oder ein Impfpass in Papierform vollkommen aus." Eine darüberhinausgehende Kontrolle ist seinen Augen nicht notwendig. "Wir gehen davon aus, dass Gäste das richtige Zertifikatvorweisen, wir sind ja nicht die Kontrollore für irgendwelche Behörden", so Spreitzhofer. "Wir haben andere Aufgaben und das ist viel zu kompliziert. Kleinere Betriebe haben oft nicht einmal die technische Möglichkeit."

Kontrolle beim Eingang

Klaus Friedl, Sprecher der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer Steiermark, sieht dies anders. Der QR-Code könne von einem Mitarbeiter mit Diensthandy oder Tablet direkt am Eingang abgelesen werden - zumindest in Restaurants. Ein Problem sieht er hingegen bei der Zettelwirtschaft: "Wenn der Impfpass oder der 'Grüne Pass' in ausgedruckter Form mit einem Foto versehen wäre, wie bei der e-card, dann würde man sich bei der Kontrolle wesentlich leichter tun", erklärt Friedl gegenüber "Heute".

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