Protest am Wiener Gürtel

Gürtel gesperrt! Anrainer laufen für Tempo 30

Am 19. Oktober war der Wiener Gürtel kurz gesperrt. Einige Anrainer liefen beim ersten "Gürtel-Lärmschutzlauf" für mehr Ruhe und weniger Verkehrslärm.
Christoph Weichsler
19.10.2025, 22:10
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Dort, wo sonst Autos Stoßstange an Stoßstange fahren, bestimmten am 19. Oktober Läufer das Bild. Zwischen Säulengasse und Sobieskigasse fand der erste "Gürtel-Lärmschutzlauf" statt. Die Initiative "Gürtel Liebe" wollte damit auf die hohe Belastung durch Verkehrslärm und Abgase aufmerksam machen.

Etliche Anrainer beteiligten sich am ersten "Gürtel-Lärmschutzlauf". Viele trugen pinke Umhänge, selbst gebastelte Schilder oder verkleideten sich als Tempo-30-Tafeln. Auf Transparenten standen Botschaften wie "Lärm macht krank" und "Tempo 30 in der Nacht".

Sperre am Gürtel

Während des Laufs war der Abschnitt am Gürtel zwischen 15.15 und 15.45 Uhr für den Verkehr gesperrt. Der Protest blieb friedlich und wurde von der Polizei begleitet.

Die Initiative fordert seit Langem ein durchgängiges Tempo 30 auf der gesamten Gürtelstrecke. Eine Reduktion würde laut Berechnungen bis zu acht Dezibel weniger Lärm bedeuten – das entspräche etwa 75 Prozent weniger wahrgenommener Lautstärke.

Laut Veranstalter 200 Teilnehmer

Laut den Veranstaltern nahmen rund 200 Menschen am ersten "Gürtel-Lärmschutzlauf" teil. Viele suchten entlang der Strecke das Gespräch mit Anrainern – und stießen dabei auf großes Interesse. Wie die Organisatoren berichten, erzählte eine Anrainerin, sie habe in der Nacht zuvor wegen lauter Autorennen kaum schlafen können.

In unmittelbarer Nähe der Laufstrecke standen noch zwei Unfallautos vom Vortag. Erst am Samstagabend (18. Oktober) war am Mariahilfer Gürtel ein Fußgänger von einem Wagen erfasst und lebensgefährlich verletzt worden – wir berichteten.

Forderung nach mehr Lebensqualität

Am Wiener Gürtel leben rund 80.000 Menschen, täglich fahren fast ebenso viele Fahrzeuge vorbei. Viele Anrainer klagen über Dauerlärm, Abgase und Schlafprobleme. Mit Aktionen wie dem Lärmschutzlauf soll nun regelmäßig auf die Situation aufmerksam gemacht werden.

Weitere Veranstaltungen sind laut den Organisatoren bereits geplant – auch an anderen Abschnitten des Gürtels. Ziel sei es, die Diskussion um Verkehr, Lärm und Lebensqualität weiterzuführen.

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