Ein spektakulärer Unfall sorgte am Dienstag (20. Oktober) für einen Großeinsatz im Verschubbahnhof Kledering bei Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) an der Grenze zu Wien.
Gegen 17.25 Uhr kam es zu einer sogenannten Flankenfahrt, bei der zwei Güterzüge seitlich miteinander kollidierten. Dabei gerieten mehrere auf einem Güterzug transportierte Neuwagen in Brand. Eine gewaltige Rauchsäule stieg über dem Bahnhof auf und war kilometerweit bis nach Wien zu sehen.
Wie ein ÖBB-Sprecher gegenüber "Heute" bestätigte, waren zwei Güterwaggons seitlich aneinandergeprallt. Der Personenverkehr war von dem Zwischenfall nicht betroffen. Glücklicherweise wurde laut ÖBB niemand verletzt.
Brisant: Auf einem der Güterzüge waren zahlreiche fabrikneue Fahrzeuge geladen. Nach "Heute"-Informationen handelte es sich um nagelneue BMW-Modelle, darunter auch Elektroautos. Mehrere Fahrzeuge wurden bei der Kollision beziehungsweise durch den anschließenden Brand schwer beschädigt.
Als die ersten Feuerwehrkräfte am Unfallort eintrafen, standen bereits mehrere Fahrzeuge neben dem betroffenen Güterwaggon in Flammen. Die Einsatzkräfte mussten rasch verhindern, dass das Feuer auf weitere Waggons und Fahrzeuge übergriff.
Aufgrund des Ausmaßes des Brandes wurde ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmiert. Insgesamt standen elf Feuerwehren mit rund 80 Mitgliedern im Einsatz, wie Feuerwehrsprecher Klaus Stebal auf "Heute"-Anfrage mitteilte.
Neben den Freiwilligen Feuerwehren Kledering, Schwechat, Rannersdorf, Mannswörth und Leopoldsdorf rückten auch Spezialkräfte aus anderen Gemeinden und Betrieben an. Die Feuerwehr Mödling unterstützte mit dem Schadstoffberatungsdienst, die Feuerwehr Himberg mit einer Drohne zur Erkundung der Einsatzstelle.
Ebenfalls im Einsatz standen die Betriebsfeuerwehren der Brauerei Schwechat, des Flughafens Wien und der ÖBB. Die Flughafenfeuerwehr unterstützte die Löscharbeiten mit einem Flugfeldlöschfahrzeug, die Berufsfeuerwehr Wien rückte mit einem Großtanklöschfahrzeug an.
Die Brandbekämpfung stellte die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Vor allem die örtlichen Gegebenheiten im weitläufigen Verschubbahnhof und die Versorgung mit ausreichend Löschwasser erschwerten die Arbeiten.
"Das Gelände und die Löschwasserversorgung gestaltet sich für die Einsatzkräfte schwierig", erklärte Feuerwehrsprecher Klaus Stebal.
Neben der eigentlichen Brandbekämpfung mussten die Feuerwehrleute auch verhindern, dass sich die Flammen auf weitere abgestellte Fahrzeuge und Waggons ausbreiteten.
Auch Polizei und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Kräften vor Ort. Die Polizei rückte mit acht Streifen an und setzte zusätzlich eine Drohne ein, um sich einen Überblick über die Unfallstelle zu verschaffen.
Der Rettungsdienst stand mit vier Fahrzeugen bereit. Auch Mitarbeiter der ÖBB befanden sich am Einsatzort und unterstützten die Maßnahmen rund um den Bahnbetrieb.
Trotz der spektakulären Bilder und des großen Feuerwehreinsatzes gab es laut ÖBB keine Verletzten. Auch der reguläre Personenverkehr war von dem Unfall nicht betroffen.
Am Dienstagabend konnte der Brand schließlich gelöscht werden. Die Einsatzkräfte waren allerdings gegen 19.30 Uhr weiterhin mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.
Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, war zunächst nicht bekannt. Auch die genaue Ursache der Flankenfahrt war vorerst unklar.